Wollen koalieren: Annalena Baerbock (Grüne), Olaf Scholz (SPD) und Christian Lindner (FDP).   dpa/Kay Nietfeld

Die Zeichen stehen auf Ampel. 

Drei Wochen nach der Bundestagswahl gehen SPD, Grüne und FDP den nächsten Schritt zur Bildung einer Regierung. Die Unterhändler der Parteien streben Koalitionsgespräche an. „Wir sind davon überzeugt, dass wir einen ambitionierten und tragfähigen Koalitionsvertrag schließen können“, heißt es in einem gemeinsamen Papier der drei Parteien zu den Ergebnissen der Sondierungen, das am Freitag veröffentlicht wurde.

Tempolimit kommt nicht, Mindestlohn wird erhöht

„Die Sondierungsgespräche waren von Vertrauen, Respekt und gegenseitiger Rücksichtnahme geprägt. Das wollen wir fortsetzen“, heißt es in dem Papier. Bei den Grünen soll sich mit dem Ergebnis der Sondierungen noch ein kleiner Parteitag befassen, der kurzfristig am Wochenende tagen könnte. Auch bei SPD und FDP sollen sich Parteigremien mit dem Ergebnis der Sondierungen befassen.

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Als einer der ersten inhaltlichen Fakten wurde bekannt, dass sich die Grünen mit ihrer Forderung nach einen Tempolimit auf den Autobahnen nicht durchsetzen konnten. Weiteres Ergebnis der Verhandlungen ist offenbar, dass der Mindestlohn erhöht werden soll. Als Marke stehen 12 Euro im Raum.

Der Start von Koalitionsverhandlungen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer gemeinsamen Regierung. In den bisherigen Sondierungsgesprächen haben SPD, Grüne und FDP unverbindlich Differenzen und Gemeinsamkeiten ausgelotet. Wer Koalitionsverhandlungen aufnimmt, tut das hingegen mit der klaren Absicht, eine gemeinsame Regierung zu bilden. Ein Scheitern ist aber auch in dieser Phase nicht ausgeschlossen.  

Umfrage: Große Zustimmung für Ampel

In der Bevölkerung fände eine Ampel-Koalition unter einem Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) laut einer Umfrage große Zustimmung. Eine Regierung aus SPD, Grünen und FDP fänden 62 Prozent aller Befragten im ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen die beste Lösung.