Warmes Wasser Fehlanzeige! Im Lahn-Dill-Kreis gibt’s in Turnhallen nur noch kaltes Wasser. imago/Sven Lambert

Die Energiekosten steigen schon seit Monaten in schwindelerregende Höhen. Sparen ist angesagt, um die enormen Kosten zu stemmen. Und wie drastisch dies aussehen kann, zeigt ein Landkreis in Hessen. Denn wer sich im gesamten Lahn-Dill-Kreis demnächst in Schulen und Turnhallen duschen oder die Hände waschen möchte, bekommt kein warmes Wasser mehr. Die Heizungs- und Warmwasseraufbereitungsanlagen wurden schlicht abgedreht.

Lesen Sie auch: Neue Drohungen aus dem Kreml: Russland schockt mit Atomwaffen-Manöver!>>

Lesen Sie auch: So lief der erste Tag mit dem 9-Euro-Ticket in Berlin>>

Ab dem 1. Juni bis zum 18. September 2022 werden in den Schulen und kreiseigenen Turnhallen die Heizungs- und Warmwasseraufbereitungsanlagen abgeschaltet, beschloss der Kreisausschuss eiskalt. Die Entscheidung teilte der Kreis erst einen Tag vor dem Warmwasser-Stopp mit!

Lesen Sie auch: Nur keine Panik: 10 Tipps für einen angstfreien Umgang mit Wespen – es ist so einfach! >>

Ob die rigorose Maßnahme Vorbild für andere Kommunen während der Schulferien sein könnte, wird sich zeigen. Denn die Ersparnis ist enorm: Die Schulbauabteilung des Lahn-Dill-Kreises hat auf Basis der Verbräuche der vergangenen Jahre berechnet, dass mit dem Abschalten in den Sommermonaten rund 100.000 Euro eingespart werden können.

Kreis verteidigt „zumutbare Sparmaßnahme“

„Die Duschen in den Turnhallen werden kaum von Schülerinnen und Schülern genutzt. Es sind eher die Vereinssportlerinnen und -sportler, die regelmäßig von der Duschmöglichkeit Gebrauch machen. Hier bitten wir um Verständnis“, sagt Vize-Landrat und Kreis-Schulbaudezernent Roland Esch. Landrat Wolfgang Schuster ergänzt: „Es handelt sich um eine zeitlich befristete Sparmaßnahme, die angesichts der aktuellen Situation verhältnismäßig und zumutbar ist.“

Der Lahn-Dill-Kreis mit Verwaltungssitz in Wetzlar will mit der ungewöhnlichen Maßnahme ein Zeichen setzen, heißt es. Man wolle „deutlich machen, dass die eklatanten Preisanstiege im Energiesektor kaum tragbar sind“. Roland Esch: „In diesem Jahr können wir noch von den bestehenden Rahmenverträgen profitieren, da sie mit einer Preisbindung abgeschlossen wurden. Die immensen Preissteigerungen werden sich im Jahr 2023 bemerkbar machen.“