Die Kanzlerkandidaten beim ersten TV-Triell am 29. August: Armin Laschet (CDU, l.), Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) und Olaf Scholz (SPD). dpa/Michael Kappeler

14 Tage vor der Bundestagswahl weiß ein großer Teil der Wähler noch nicht, bei welcher Partei sie am 26. September ihr Kreuzchen machen werden. Und laut Umfragen wären im Moment als künftige Regierung etliche Konstellationen möglich: eine große Koalition (SPD und Union), eine Ampel-Koalition (SPD, Grüne und FDP), ein rot-grün-rotes Bündnis und eine Jamaika-Koalition (Union, Grüne und FDP).

Wer kann beim TV-Triell auftrumpfen?

Mit Spannung wird deshalb der zweite große Schlagabtausch der Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU) und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) im Fernsehen erwartet. Können sie heute Abend (20.15 Uhr, ARD und ZDF) die Wähler überzeugen?

Vor allem Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) steht wegen desaströser Umfragewerte unter Druck, während die SPD in einer Insa-Umfrage ihren Vorsprung weiter ausgebaut hat und nun mit 26 Prozent (plus 1 Prozent) sechs Prozentpunkte vor der Union liegt, die unverändert 20 Prozent erreicht. Das sei für die Sozialdemokraten im wöchentlichen „Sonntagstrend“ für die Bild am Sonntag der höchste Wert seit Juni 2017, hieß es.

SPD erreicht höchsten Umfrage-Wert seit Juni 2017

Die Grünen verlieren einen Punkt und kommen auf 15 Prozent. Die FDP erreicht 13 Prozent (unverändert), die AfD elf (minus 1) und die Linke sechs Prozent (minus 1).

CSU-Chef Markus Söder hatte am Donnerstag die Kampfansage ausgegeben, an diesem Wochenende gebe es mit dem CSU-Parteitag in Nürnberg am Freitag und Samstag sowie mit dem TV-Triell die letzte Chance für einen Stimmungsumschwung zugunsten von Laschet. Damit hatte er den Druck auf den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten erhöht.

SPD wirft Union „Schmutzwahlkampf“ vor

Als „eine Partei in purer Panik“ erlebt SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil deshalb die Union, der er einen „Schmutzwahlkampf“ vorwirft. „Was ich diese Woche erlebt habe, war der traurige Höhepunkt einer Schmutzkampagne, die ich von der Union nicht erwartet hätte“, sagte Klingbeil am Samstag bei einer SPD-Veranstaltung in Worms.

Klingbeil kritisierte in diesem Zusammenhang auch Armin Laschet. Der Kanzlerkandidat der Union hatte am Samstag beim CSU-Parteitag in Nürnberg gesagt: „In all den Entscheidungen der Nachkriegsgeschichte standen Sozialdemokraten immer auf der falschen Seite.“

Dabei äußerte CDU-Chef Laschet sich konkret mit Blick auf den Kurs der SPD in der Wirtschafts- und Finanzpolitik: Immer in Krisen habe sie ans Schuldenmachen und an Steuererhöhungen gedacht, kritisierte er.

Kleines Plus für Kanzlerkandidat Armin Laschet

Bei der Direktwahlfrage holte Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet zwar kräftig auf, liegt aber unverändert auf dem letzten Platz aller Kandidaten. 13 Prozent würden ihn zum Kanzler wählen, das sind drei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Mit 14 Prozent (plus 1) liegt Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock derzeit knapp vor Laschet. Als beliebtester Kandidat weit in Führung bleibt Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) mit 31 Prozent (minus 1).