Sonnige Auszeit auf Mallorca: Die Corona-Zahlen steigen in ganz Spanien aber rapide an. imago/Chris Emil Janßen

Die Bundesregierung hat Spanien und die Niederlande als Corona-Hochinzidenzgebiet heraufgestuft, außerdem die Kaukasus-Republik Georgien. Mit der Einstufung sind verschärfte Einreise- und Quarantäne-Regeln verbunden. Zudem wurden weitere Staaten und Regionen als einfache Risikogebiete ausgewiesen, darunter Dänemark und Teile Frankreichs.

Entscheidung trifft vor allem jüngere Urlauber

Die neue Einstufung für Spanien und die Niederlande soll am Dienstag um 00.00 Uhr wirksam werden. Betroffen sind auch die spanischen Inselgruppen der Kanaren und der Balearen einschließlich der Ferieninsel Mallorca sowie die niederländischen Überseegebiete in der Karibik.

Die Berichte lassen auf Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen die Alarmglocken schrillen. „Diese Entscheidung wird vor allem Mallorca und den Rest der Inseln (Balearen) treffen“, schrieb die Zeitung „Última Hora“ am Freitag. „Das wäre ein weiterer Schlag für den Tourismus“, fürchtet auch die Zeitung „Diario de Mallorca“.

Welche Urlauber betrifft es?

Denn wer nicht vollständig geimpft oder von Corona genesen ist, muss bei der Rückkehr aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland für zehn Tage in Quarantäne, die erst nach fünf Tagen durch einen negativen Test verkürzt werden kann.

Urlauber müssen Quarantäne-Zeit beachten

Dies trifft besonders jüngere Urlauber, von denen viele noch nicht geimpft sind. Aber auch vollständig geimpfte Eltern könnten in Schwierigkeiten geraten, wenn ihre Kinder nach der Rückkehr aus dem Mallorca-Urlaub für mindestens fünf Tage in Quarantäne müssten statt in den Hort oder Kindergarten gehen zu dürfen.

Inzidenz stieg auf 333

Seit Ende Juni sind die Corona-Zahlen praktisch überall in Spanien rapide in die Höhe geschossen. Das Land hat mit die schlechtesten Werte in ganz Europa. Binnen eines Monats wurden rund 475.000 Neuinfektionen gezählt, die Sieben-Tagen-Inzidenz stieg von 42 im Juni auf jetzt 333, weit über der Marke von 200, ab der Deutschland ein Land zum Hochinzidenzgebiet erklären kann. Auf Mallorca lag der Wert zuletzt sogar bei 365.

Die Tourismusbranche hatte wegen der fortschreitenden Impfkampagne auf eine weit stärkere Erholung des Geschäfts in diesem Sommer gehofft. Der Tourismus trägt in normalen Zeiten mehr als zwölf Prozent zum spanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, auf den Balearen, zu denen neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören, sowie auf den Kanaren sind es sogar rund 35 Prozent. Die Branche sichert Hunderttausende Arbeitsplätze.