Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Foto: imago images/Xander Heinl

Die erste Corona-Impfphase in Deutschland, in der vor allem sehr alte Menschen oder Pflegeheimbewohner geimpft werden sollen, wird nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein bis zwei Monate dauern. „Die Schwächsten zu schützen, das ist das erste Ziel unserer Impfkampagne“, sagte der CDU-Politiker am Freitag anlässlich der Unterzeichnung der Corona-Impfverordnung, in der eine entsprechende Impfreihenfolge festgelegt wird.

Man werde mindestens ein bis zwei Monate brauchen, bis dieses Ziel erreicht sei. Erst dann könne man darüber nachdenken, Zug um Zug das Angebot zu verbreitern. „Das heißt für uns alle: Der Winter wird noch lang.“

„Jeder zweite Todesfall ist ein über 80-Jähriger, eine über 80-Jährige“, sagte Spahn weiter. Deswegen würden alle Länder in den Pflegeeinrichtungen beginnen. Auch die Ärzte und Pflegerinnen und Pfleger in Kliniken gehörten zur ersten Priorität. Aber in den ersten Tagen werde zuallererst in den Pflegeeinrichtungen geimpft.

Alle anderen bat der Minister erneut um Geduld. „Ich bitte Sie darum abzuwarten, bis auch Sie an der Reihe sind. Wir beginnen zuerst mit den Älteren, den Hochbetagten, denjenigen, die sie pflegen und betreuen, um genau diese besonders Verwundbaren zu schützen.“ Geplant ist, dass die Impfungen in Deutschland am 27. Dezember beginnen.

Die in der Impfverordnung geregelte Prioritätensetzung begründete Spahn mit dem größten Effekt für diese Gruppen. Die Menschen, die zuerst geimpft werden sollen, seien in drei Gruppen eingeordnet, sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Angefangen werde bei jenen, für die der Impfschutz zusätzliche Gesundheit und Lebensjahre bringe.

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Laut Süddeutscher Zeitung gehört zur ersten Gruppe neben den Hochbetagten und deren Pflegern auch medizinisches Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, im Rettungsdienst sowie Personal im ambulanten Pflegebereich. Zur zweiten Gruppe zählen demnach Personen ab 70 Jahren, Demenzkranke, Menschen mit Trisomie 21 und Transplantationspatienten, zudem Bewohner von Obdachlosen- oder Asylbewerberunterkünften und enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen. Die dritte Gruppe umfasst über 60-Jährige, chronisch Kranke, Personen „in besonders relevanter Position in staatlichen Einrichtungen“ sowie Erzieher, Lehrer und Mitarbeiter im Einzelhandel.

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Spahn sagte, durch die Impfungen der über 80-Jährigen und der Pflegebedürftigen könne man Einweisungen in Krankenhäuser sowie schwerste und tödliche Verläufe vermeiden. Die Konkretisierung, wer geimpft wird, müsse aber regelmäßig angepasst werden – zum Beispiel wenn im Januar neue Impfstoffe zur Verfügung stünden.

„Das Impfen ist der Weg raus aus dieser Pandemie“, so Spahn. Die Verordnung soll dafür die Grundlage sein. Sie basiert auf einer Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut. Eine Prioritätensetzung ist nötig, weil zunächst nur begrenzte Mengen an Impfdosen verfügbar sein werden. Die Impfungen sollen voraussichtlich am 27. Dezember beginnen.