Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Foto: AFP/Hannibal Hanschke

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass Ende April/Anfang Mai 80.000 bis 100.000 Arztpraxen Coronavirus-Impfungen verabreichen könnten. Nach Ostern werde man beginnen, auch Hausärzte in die Impfkampagne einzubeziehen, sagte Spahn am Samstag bei einer Online-Diskussionsveranstaltung der Bundesregierung, bei der Bürgerinnen und Bürger Fragen stellen konnten.

Biontech-Impfstoff beim Hausarzt

Zum Impfstart in den Arztpraxen wird es anfangs ausschließlich den Impfstoff von Biontech/Pfizer geben.

Derzeit impfen Hausärzte nur in Modellprojekten mit. In einem ersten Schritt zur Ausweitung sollen ab April zunächst bis zu 50.000 Praxen an der Impfkampagne beteiligt sein.

Impfreihenfolge einhalten

Betriebsärzte sollen erst nach Hausärzten dazu kommen, sagte Spahn. „Ich kann halt nur um Geduld bitten. Noch ist es zu knapp“, sagte er über den verfügbaren Impfstoff. Er finde es schwierig, jüngere Mitarbeiter von Unternehmen zu impfen, solange die Älteren noch nicht geschützt seien.

Alle aktuellen News aus Politik & Wirtschaft finden Sie hier.

Spahn zufolge ist ab Mitte April mit ersten Lieferungen des neu zugelassenen Impfstoffs von Johnson & Johnson zu rechnen. In der Woche ab dem 12. April sei die Lieferung von 275.000 Dosen zu erwarten, sagte der Minister. Er verwies darauf, dass dieses Präparat anders als die anderen Vakzine nur einmal verabreicht werden müsse.

10 bis 14 Tage Lockdown nötig

Um die dritte Corona-Welle zu brechen, sei es allerdings notwendig, die Notbremse ab einer Inzidenz ab 100 zu ziehen, so der Gesundheitsminister weiter. Spahn hält dafür einen weiteren Lockdown von 10 bis 14 Tagen für erforderlich. „Wenn wir die Zahlen nehmen, auch die Entwicklungen heute, brauchen wir eigentlich noch mal 10, 14 Tage mindestens richtiges Runterfahren unserer Kontakte, unserer Mobilität“, sagte er beim Bürgerdialog.

Er selbst würde auch lieber Ostern im größeren Kreis der Familie, sagte er. „Aber es geht halt dieses Jahr noch nicht.“  Zugleich aber müsse eine Perspektive gezeigt werden, etwa Öffnungsschritte wie in Städten und Regionen mit niedrigen Infektionszahlen wie in Tübingen.