Die Situation auf den Intensivstationen in Deutschland spitzt sich zu. Erstmals sind in Deutschland mehr als 30.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Foto: dpa/Jens Büttner

Am 27. Dezember sollen die Corona-Impfungen in Deutschland starten. Doch bis jetzt  sind die Deutschen tief gespalten, ob sie sich überhaupt die schützende Spritze verpassen lassen wollen. Während 47 Prozent das laut RTL/ntv-Trendbarometer schnellstmöglich tun werden, möchten 40 Prozent erst einmal abwarten und 11 Prozent lehnen eine Impfung strikt ab.

An diese Impfverweigerer hat sich jetzt ein Mitglied des Ethikrats mit einer drastischen Forderung gewendet: Wer sich nicht impfen lassen will, soll auf ein Intensivbett verzichten, schlug Wolfram Henn in einem Brandbrief vor.

Humangenetiker Wolfram Henn Foto: Deutscher Ethikrat/Reiner Zensen

„Wer partout das Impfen verweigern will, der sollte, bitte schön, auch ständig ein Dokument bei sich tragen mit der Aufschrift: ,Ich will nicht geimpft werden! Ich will den Schutz vor der Krankheit anderen überlassen! Ich will, wenn ich krank werde, mein Intensivbett und mein Beatmungsgerät anderen überlassen“, zitierte die Bild-Zeitung aus dem Brief des Humangenetikers.

Sicherheit blieb bei Impfstoff-Entwicklung gewahrt

Dass viele Menschen noch Fragen haben oder auch skeptisch gegenüber der neuen Impfung sind, kann er verstehen. „Eine Impfpflicht gibt es nicht. Auch weil viele noch skeptisch sind und Fragen haben. Das ist verständlich. ABER: Bitte stellen Sie diese Fragen an Menschen, die sich wirklich auskennen“, richtet er weiter einen Appell an die Menschen.

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Denn für Henn ist es wichtig zu betonen: „Forscher weltweit haben mit riesigem Aufwand das Tempo erhöht, aber nicht auf Kosten der Sicherheit.“ Darüber hinaus ist sich Henn sicher, dass bald Impfstoff normaler Bauart, wie etwa bei der Grippe oder auch Hepatitis, gegeben wird.

Querdenkern nicht das Feld überlassen

„Diesen Panikmachern empfehle ich dringend, mal ins nächste Krankenhaus zu gehen und ihre Verschwörungstheorien den Ärzten und Pflegern zu präsentieren, die gerade völlig ausgepowert von der überfüllten Intensivstation kommen. Die werden ihnen was husten ...“, setzt er noch gegen „Impfgegner und Querdenker“ nach, denn denen solle man nicht das Feld überlassen.

Auch der Direktor des Instituts für Weltwirtschaft, Michael Hüther, fordert Konsequenzen für Gegner einer Corona-Impfung. „Zu prüfen wäre daher, ob Impfverweigerer wegen der aus ihrem Verhalten resultierenden externen Effekte dadurch sanktioniert werden können, dass bei ihnen kein Versicherungsschutz im Falle einer Covid-19-Erkrankung besteht“, schreibt der Ökonom im Handelsblatt.

Eine Impfverweigerung sei nicht nur ein unsolidarisches Verhalten, im Krankheitsfall verursache die Person zusätzlich enorme Kosten für die Allgemeinheit. Impfgegner aus dem solidarischen Finanzierungsprinzip herauszunehmen, hält Hüther daher für gerechtfertigt.