CDU-Chef Armin Laschet und der CSU-Vorsitzende Markus Söder geben im Streit um die Kanzlerkandidatur keinen Millimeter nach. Foto: dpa/Michael Kappeler

Ihre selbst gesetzte Frist läuft gnadenlos ab: Nach einem Bild-Bericht unter Berufung auf beide Verhandlungskreise werden sich CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder am Sonntag „wohl nicht“ in der K-Frage einigen. Man stehe im Kontakt, aber die Fronten seien noch immer verhärtet, hieß es.

Junge Union positioniert sich pro Söder

In einer Videokonferenz der Jungen Union (JU) am Sonntagabend sprachen sich nach 14 Landesverbände für Söder aus. In Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Brandenburg gab es ein gemischtes Stimmungsbild berichtet. Nur die nordrhein-westfälische JU sprach sich für CDU-Chef Armin Laschet als Kanzlerkandidat aus.

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Eigentlich wollten sich die beiden Parteichefs bis Ende der Woche einigen, wer Kanzlerkandidat der Union wird. Doch bis zuletzt will keiner der beiden klein beigeben und seine Kandidatur zurückziehen. Laschet fühlt sich in der Unions-Tradition als natürlicher Kandidat für CDU/CSU, doch Söder pocht auf seinen deutlichen Vorsprung in den Wahlumfragen.

Tiefe Gräben zwischen CDU und CSU

Nach Fristablauf führt an einer Kampfabstimmung in der Unions-Fraktion kaum ein Weg vorbei – wovor Vize-Fraktionschef Carsten Linnemann aber eindringlich warnt. Dann könnten „Gräben aufgerissen werden, die sich nur schwer wieder zuschütten lassen“, warnte Linnemann die beiden Kontrahenten. „Was wir jetzt brauchen ist eine gemeinsame Lösung und keine Kampfabstimmung in der Fraktion“, sagte er der Funke Mediengruppe. Zuvor hatte auch Friedrich Merz vor dem Szenario gewarnt.

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Wie tief diese Gräben sich ziehen könnten, drohte der nordrhein-westfälische CDU-Politiker Dennis Radtke an. Er mahnte Söder, endlich Laschet den Vortritt zu lassen – andernfalls könnte die CDU einen Landesverband im CSU-Stammland Bayern gründen. „Wenn Söder die Kanzlerkandidatur erzwingen will, wenn er die CDU zerstören will, dann darf die Gründung der CDU in Bayern kein Tabu mehr sein.“