Postkarten-Eintracht auf dem Chiemsee, mit weiß-blauer Fahne und Alpenkulisse: Angela Merkel und Markus Söder. Foto: Peter Kneffel / AP / dpa

Alpenkulisse, weiß-blau bläht sich die Fahne am Heck des Schiffs, das Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) auf die Insel Herrenchiemsee bringt. Auf der Insel geht es per Kremser zum Schloss, wo Merkel erstmals an einer bayerischen Kabinettssitzung teilnimmt - im überaus prachtvollen Spiegelsaal des „bayerischen Versailles“, dass „Kini“ Ludwig II. hatte errichten lassen. Eine Inszenierung christsozialer Gastfreundschaft, derer sich die Preußin Merkel früher nicht immer sicher sein konnte.

Schon vornehmer als die Sitzungssäle im Berliner Bundeskanzleramt: Merkel und Söder mit dem bayerischen Kabinett im Spiegelsaal von Schloss Herrenchiemsee. Foto: Peter Kneffel / AP / dpa

Man könnte auf die Idee kommen, dass Umfragen-König Söder sich mit der Verlegung der Sitzung aus München ins Schloss der Unterstützung Merkels auf dem Weg ins Kanzleramt versichern wollte. Obwohl er derlei Ambitionen immer von sich weist. Ein paar Demonstranten jedenfalls fanden, Söder solle Kanzler werden. Da störte die Trecker-Demo von Bauern nicht weiter, die mit der Agrarpolitik der Bundesregierung nicht einverstanden sind.

Merkel und Söder auf dem Kutsch-Weg zum Schloss, das Merkel schon als Kind kurz vor Mauerbau besucht hatte. Die Eltern nahmen sie aber nicht mit hinein.  Foto: Peter Kneffel / AP / dpa

Söder gab auch politisch den Flügelmann Merkels. Er will sie während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft unterstützen, bei der es auch um Finanzhilfe für die besonders Corona-gebeutelte Länder Italien und Spanien geht.