Markus Söder will Politiker zu Vorbildern beim Impfen machen.  Foto: AFP/Pool/Peter Kneffel

Die Verunsicherung im Umgang mit dem Impfstoff von Astrazeneca wächst. Grund dafür sind weltweite Berichte über mögliche, teils schwere und unvorhergesehene Nebenwirkungen. Deutschland hat zwischenzeitlich die Impfungen sogar gestoppt. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder will jetzt, dass deutsche Politiker ihre Vorbildfunktion erfüllen.

Söders Forderung: Deutsche Politiker sollen sich mit Astrazeneca impfen lassen. Das sagte der CSU-Chef bei einer Pressekonferenz am Montag. Ein solches Vorgehen müsse in einer Impfverordnung entsprechend geregelt werden, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montagmorgen weiter.

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„Ich glaube, da braucht es jetzt auch Statements dafür, dass dieser Impfstoff wirksam ist und auch funktionieren kann“, sagte Söder. Weiter sprach der CSU-Chef von „ganz überlegten Vorbildfunktionen“, die gesetzt werden sollten. Es müsse „noch mal extra eine klare Aussage kommen: Ist der Impfstoff gut oder schlecht?“

Astrazeneca-Stopp unter anderem in Frankreich, Dänemark und Italien

Neben Deutschland, Holland und Irland haben aktuell auch Frankreich, Italien, Dänemark, Norwegen, Island, Bulgarien, Thailand und Kongo vorerst alle Impfungen mit dem Mittel gestoppt. Österreich und Rumänien hatten dagegen die Impfungen mit einer einzelnen Charge ausgesetzt. In den USA ist der Impfstoff von Astrazeneca derzeit noch nicht zugelassen. Laut Medienberichten will der Konzern aber in den nächsten Wochen eine Notfallzulassung beantragen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Forderung nach einer öffentlichen Impfung von Politikern zuletzt kategorisch abgelehnt. Um der immer größer werdenden Skepsis gegen den Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland zu begegnen, hatte sich der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, dafür ausgesprochen, dass sich die Bundeskanzlerin live im Fernsehen mit dem Präparat impfen lässt.

Müller würde sich „sofort impfen lassen“

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte damals dazu erklärt, Merkel habe immer wieder gesagt, sie lasse sich dann impfen, wenn sie an der Reihe sei. Sie sei zudem 66 Jahre alt, und derzeit sei der Impfstoff nur für unter 65-Jährige empfohlen, so Seibert. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hingegen würde sich „sofort mit Astrazeneca impfen lassen“. Sowohl Seibert als auch Müller wiesen auf die Sicherheit des Impfstoffs hin.

Das Altersargument fällt nun jedoch weg, Astrazeneca ist mittlerweile auch für über 65-Jährige zugelassen. In Berlin wurden bereits Termine für eine Covid-19-Impfung mit dem Wirkstoff von Astrazeneca an Menschen über 65 Jahre vergeben.