Bisher gehen die Corona-Impfungen nur schleppend voran. Foto: Imago/Rüdiger Wölk

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Corona-Impfungen mit einer neuen Verordnung beschleunigen und flexibler machen. „So kann die Impfkampagne weiter an Fahrt aufnehmen“, sagte Spahn am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

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Die neue Impfverordnung, die an diesem Montag in Kraft treten soll, sieht einige Änderungen bei der Einstufung der Bevölkerung in drei vorrangig zu impfende Gruppen vor. Zudem kann von der Reihenfolge künftig in Einzelfällen abgewichen werden, etwa wenn dies „zur kurzfristigen Vermeidung des Verwurfs von Impfstoffen notwendig ist“, wie es in der der dpa vorliegenden Verordnung heißt.

Bereits zuvor hatte Spahn gesagt, dass etwa Impfdosen aus angebrochenen Fläschchen zum Beispiel an Gesundheitspersonal verimpft werden sollten, statt es wegzuwerfen.

Neue Impfverordnung ab Montag gültig

„Mit der Impfverordnung folgen wir den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission“, sagte Spahn. „Und wir reagieren auf erste Erfahrungen mit der Impfkampagne in der Praxis.“ Spahn: „Ältere können so schneller als geplant geimpft werden.“

Denn Menschen unter 65 Jahren sollen durch die neuen Regeln vorrangig mit dem Impfstoff von Astrazeneca versorgt werden, der mangels ausreichender Studiendaten für Ältere vorerst nicht vorgesehen ist.

Das betrifft etwa auch Pflegekräfte, die bereits in der ersten Gruppe vorrangig geimpft werden. Somit bleibt also mehr von den anderen Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna für die Menschen über 80.

Die Bundesländer dürften einzelne Jahrgänge zudem nun zeitversetzt einladen, erläuterte Spahn. So könnten sie die Impfungen flexibler organisieren.

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Anders als bisher sollen Personen mit bestimmten schweren Krankheiten zudem schneller berücksichtigt werden - und zwar nun in der Gruppe zwei mit hoher Priorität. Höher priorisiert werden sollen dabei unter anderem Krebskranke und Menschen mit schweren Lungenerkrankungen, schwerer Diabetes und chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen.

Grundsätzlich bleibt es aber bei der Eingruppierung - auch dabei, dass Ärzte im Grundsatz erst in Gruppe zwei zum Zug kommen sollen und Lehrkräfte und Erzieher in Gruppe drei. Vertreter dieser Berufe hatten schnellere Impfungen gefordert.