Eine Frau erhält im Impfzentrum am ehemaligen Flughafen Schönefeld eine Booster-Impfung von Moderna gegen Covid-19. imago

Impfgegner erheben den Vorwurf, Ärzte, Pharmaindustrie und Politiker würden sich an der Corona-Krise bereichern. Genährt werden derartige Verschwörungserzählungen von Fällen, in denen frühere Bundestagsabgeordnete und Lokalpolitiker Corona-Maskendeals einfädelten und persönlich an Kommissionen verdient haben sollen. Und dann gibt es wiederum eine große Geheimnistuerei um Verträge, die mit den Impfstoff-Herstellern geschlossen wurden.

Soviel kosten Impfungen von Biontech/Pfizer und Moderna

Bis heute ist nicht transparent, wie viel jede einzelne Impfung tatsächlich kostet. Laut einem Bericht der Financial Times soll eine Dosis Biontech/Pfizer bis zum Sommer gerade einmal 15,50 Euro gekostet haben, Moderna 19 Euro. Beide Firmen wollten die Preise anheben, auf 19,50 beziehungsweise 21,50 Euro. Deutlich mehr sollen zuvor andere Länder wie Israel bezahlt haben, die zunächst vorrangig beliefert wurden. Die Firmen verdienen zwar Milliarden dadurch, dass der Impfstoff weltweit bestellt wird. Aber sind rund 20 Euro viel für ein Präparat, das womöglich Leben rettet?

Der Impfstoff wird von Ärzten und Pflegekräften in Hausarztpraxen, Impfzentren, Pflegeheimen oder auch zu Hause verabreicht. Wie viel wird daran verdient? Das legt nun eine Recherche der Süddeutschen offen. Geregelt sind die Sätze einheitlich in der Coronavirus-Impfverordnung.

Bis November gab’s gerade einmal 20 Euro pro Piks

Egal ob Erstimpfung, zweite oder Booster-Impfung, für den Piks gibt es jeweils 28 Euro pro Person. Bis zum 15. November waren es allerdings nur 20 Euro, was viele Ärzte als zu wenig Geld für reichlich Aufwand und Verantwortung verstanden. Seitdem wurde die Vergütung aufgestockt. Noch einmal acht Euro mehr gibt’s für den Piks an Wochenenden, Feiertagen sowie an Heiligabend und Silvester.

Eine Sonderregelung gibt es dem Bericht zufolge bei Hausbesuchen: Für den Piks daheim gibt es zunächst 35 Euro. Werden weitere Personen bei demselben Termin geimpft, gibt es dann jeweils noch 15 Euro extra. Für eine Impf-Beratung darf die Ärztin oder der Arzt zehn Euro kassieren. Auch für die Ausstellung des Impfzertifikats gibt es noch mal zusätzlich zwei bis sechs Euro, je nach Aufwand.

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Richtig gut verdienen Ärzte in einigen Impfzentren, aber die Vergütung unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. In Rheinland-Pfalz verdienten Ärzte in den Impfzentren laut Süddeutsche satte 140 Euro pro Stunde, und die Vergütung sei frei von Sozialabgaben.