Geld und Gold: Die Vermögens-Millionäre sind oft ältere Männer, die in Westdeutschland leben. Foto: Imago Images/blickwinkel

Die Vermögen in Deutschland sind sehr viel ungleicher verteilt als bisher bekannt. Nach einer Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) besitzt die untere Hälfte der Bevölkerung nur fünf Prozent des Gesamtvermögens. Im Schnitt beträgt das Nettovermögen dieser Menschen jeweils rund 3700 Euro.

Den obersten zehn Prozent dagegen gehören zwei Drittel des Gesamtvermögens. Das sind mehr als 67 Prozent statt wie bisher angenommen 59 Prozent. Das reichste ein Prozent der Bevölkerung vereint 35 Prozent (statt bisher 22 Prozent) auf sich.

„Deutschlands ohnehin schon hohe Vermögensungleichheit wurde bisher deutlich unterschätzt“, sagt Mit-Autor Johannes König. Dabei sind laut Studie unter den Vermögens-Millionären überdurchschnittlich oft Männer, die älter und besser gebildet sind als der Durchschnitt der Bevölkerung und mehrheitlich in Westdeutschland leben.

DIW-Chef Marcel Fratzscher fordert, dass der Staat den Armen helfen muss Vermögen aufzubauen. Foto: Imago Images/Jürgen Heinrich

Für DIW-Präsident Marcel Fratzscher ist aber „das wirkliche Problem, dass wir in Deutschland so viele Menschen haben, die kein Erspartes haben, die vom Staat abhängig sind“, beklagte er in seinem Podcast „Corona und die Wirtschaft“ vom Inforadio des rbb.

Seine Lösungsansätze: Zum einen durch Umverteilung, in der man die Reichen höher besteuert und das Geld den Ärmeren gibt. Zum anderen müsse man niedrige Einkommen anheben und die Menschen in die Lage versetzen, selbst Vermögen aufzubauen.