Im Einzelhandel machten die Hamsterkäufe der letzten Tage den Angestellten zusätzlich zu schaffen. Sie zählen zu den Geringverdienern. Foto: dpa/Tom Weller

Sie sind Altenpfleger, Lkw-Fahrer, Kassiererinnen im Supermarkt und ihr Einsatz wird allabendlich auf den Balkonen mit viel Applaus gefeiert. Für ihre Verdienste gelten Beschäftigte in „systemrelevanten Berufen“ als Helden der Corona-Krise. Doch beim Verdienst bleibt ihnen so viel Respekt und Anerkennung leider verwehrt.

Denn gerade die Corona-Krise macht deutlich, dass systemrelevante Berufe vergleichsweise gering vergütet werden. So verdienen Altenpfleger, Fahrer und Beschäftigte im Einzelhandel laut Statistischem Bundesamt teils deutlich weniger als Fachkräfte in der Gesamtwirtschaft.

Lesen Sie auch: Die Corona-Helden in Berlins Supermärkten >>

Die Kassiererin im Supermarkt verdient wie der Lkw-Fahrer kaum mehr als 2000 Euro im Monat brutto, was knapp über der Mindestlohngrenze liegt. Angesichts der hohen Corona-Ansteckungsgefahr ist wohl selbst der Bonus, den manche Märkte ihren Beschäftigten jetzt zahlen, nur ein schwacher Trost. Fachkräfte bekommen im Handel 2186 Euro und die große Gruppe der Angelernten sogar nur 1980 Euro bei einer Vollzeitbeschäftigung.

„Harte Arbeit, bescheidener Lohn – damit muss Schluss sein“

Mit 3374 Euro liegen Fachkräfte bei Polizei und Feuerwehr ungefähr im Durchschnitt. In Alten- und Pflegeheimen müssen dagegen einfache Fachkräfte mit unterdurch- schnittlichen 3116 Euro Brutto-Monatslohn zurechtkommen. Vergleichsweise hohe Einkommen über dem Mittelwert von 3327 Euro hatten im Jahr 2019 hingegen medizinische und pflegerische Fachkräfte. Ein Intensivpfleger etwa verdient 4524 Euro, 3502 Euro sind es bei Krankenpflegern und Pflegerinnen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund verlangte höhere Gehälter für die Betroffenen. „Applaus allein reicht nicht“, erklärte die Vize-Vorsitzende Elke Hannack in Berlin. „Harte Arbeit, bescheidener Lohn – damit muss spätestens nach Corona Schluss sein. Die Dankbarkeit sollte sich regelmäßig zum Monatsende niederschlagen – in harten Euros auf dem Gehaltszettel.“