Der Verkehr bleibt ein deutlicher Treiber des CO2-Ausstoßes in Deutschland. dpa

Eigentlich will Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral sein. In einem Zwischenziel soll im Jahr 2030 rund 65 Prozent weniger CO2 in die Luft geblasen werden, als 1990. Doch das Land könnte aktuell kaum weiter von diesem Ziel entfernt sein, wie aus Zahlen hervorgeht, die das Umweltbundesamt zusammen mit dem Klimaministerium am Dienstag veröffentlichte.

Deutschland verfehlt sein Klimaziel deutlich

Insgesamt stieß Deutschland vergangenes Jahr 33 Millionen Tonnen mehr klimaschädliche Gase aus als im Jahr zuvor. „Die Reduzierung der Treibhausgasemissionen von 2020 ist fast zur Hälfte schon wieder verloren“, beklagte Bundesamtschef Dirk Messner. „Unsere Zahlen zeigen deutlich, dass die Ziele der Bundesregierung schnellstens angegangen werden müssen.“

Ein Teil der niedrigeren Emissionen 2020 war nach früheren Angaben des Bundesamts der Corona-Pandemie zuzuschreiben, durch sinkende Mobilität und Produktionsrückgänge.

Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts und Patrick Graichen, Staatssekretär im Klimaministerium bei der Vorstellung des Berichts. Imago/Reiner Zensen

Um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen, müssten die CO2-Emmissionen jedes Jahr um 6 Prozent sinken, doch seit 2010 seien es im Schnitt nicht einmal zwei Prozent gewesen, so Messner. Die 20er Jahre seien das entscheidende Jahrzehnt. „Wenn wir diese Dekade verpassen, können wir unsere Klimaziele national und global nicht mehr in den Griff bekommen.“

Bundesregierung will erneuerbare Energien ausbauen

Die Ampel-Regierung hat es sich zum Ziel gesetzt, den Ausbau der erneuerbaren Energien stark voranzutreiben. Im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine bekommt die klimapolitisch längst notwendige Abkehr von fossilen Energieträgern noch eine sicherheitspolitische Dringlichkeit.

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Dieses schlechte Abschneiden hatte Klimaminister Robert Habeck (Grüne) bereits Anfang des Jahres angekündigt. Der Bericht wird nun seinen Kollegen Volker Wissing (FDP, Bundesverkehrsminister) und Klara Geywitz (SPD, Bundesbauministerin) einige Arbeit auf den Tisch bringen. Nach der Prüfung der Zahlen durch einen Expertenrat bekommen beide Ministerien drei Monate Zeit, Sofortprogramme zu entwerfen. Sowohl der Verkehrs- als auch der Bausektor schnitten im Bericht des Umweltbundesamtes nicht gut ab.