Mit derlei Kutten-Dekorationen traten Mitglieder der Neonazi-Bande öffentlich auf.



Foto: Presseservice Rathenow

Berlin - Mit der  „Wolfsbrigade 44“, früher als „Sturmbrigade 44“ bekannt, hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zum dritten Mal in diesem Jahr eine Neonazi-Vereinigung verboten.    

Dienstagfrüh durchsuchten 187 Polizisten in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen die Wohnungen von elf Vereinsmitgliedern. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden Waffen gefunden - Einhandmesser, eine Armbrust, Bajonette und eine Machete, dazu Hakenkreuze und NS-Andenken, außerdem digitale Beweismittel und Speichermedien. In Sachsen-Anhalt, wo es ebenfalls Mitglieder gibt, verweigerte das Oberverwaltungsgericht Durchsuchungsgenehmigungen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Foto: AP Photo/Michael Sohn

„Die Vereinsmitglieder bekannten sich offen zu Adolf Hitler und strebten die Wiedereinrichtung eines NS-Staats unter Abschaffung des demokratischen Rechtsstaats an“, erklärte das Innenministerium. Die Mitglieder träten martialisch auf, seien besonders rassistisch und antisemitisch. Angehörige der Gruppe haben sich an rechtsextremen Demonstrationen zum Beispiel in Köthen beteiligt. Zu den von ihnen verwendeten Symbolen gehört ein Totenkopf, Hakenkreuze, Stahlhelme und Waffen.

Lesen Sie auch: Die Schläger von ganz rechts außen >>

Die Gruppe, die seit 2016 existiert, verfügt nach Erkenntnissen der Ermittler über eine feste Struktur. Anfang 2018 war in einem Zug eine Tasche mit Waffen und einem T-Shirt mit dem Aufdruck „Sturmbrigade 44 Köthen-Anhalt“ gefunden worden. Im Zuge eines Ermittlungsverfahrens des Generalbundesanwalts wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung gab es im Juli 2019 Durchsuchungen in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

2020 hat Seehofer mit „Combat 18“ und „Nordadler“ zwei rechtsextremistische Gruppen verboten, außerdem eine antisemitische Reichsbürger-Vereinigung.

Lesen Sie auch: Demonstranten stoppen Neonazi-Aufmarsch >>

Oskar Dirlewanger war Vergewaltiger, Sadist und Kriegsverbrecher. Foto: Wikipedia

Die Zahl 44 im Namen der Neonazi-Gruppe steht für den doppelten vierten Buchstaben im Alphabet - DD  für „Division Dirlewanger“. Oskar Dirlewanger, vorbestrafter Vergewaltiger eines Mädchens (13), hatte eine wegen ihrer Kriegsverbrechen besonders berüchtigte Einheit der Waffen-SS geführt. Nach Kriegsende 1945 wurde er vermutlich von ehemaligen Zwangsarbeitern erschlagen.