Nach dem Großbrand in Moria auf der griechischen Insel Lesbos sind Tausende Flüchtlinge obdachlos. Foto: Manolis Lagoutaris/AFP

Nach dem Großbrand im griechischen Flüchtlingslager Moria haben sich nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer neben Deutschland bisher neun weitere EU-Staaten bereit erklärt, sich an der Aufnahme von 400 unbegleiteten Minderjährigen zu beteiligen. Man sei aber noch mit weiteren Ländern im Gespräch, sagte der CSU-Politiker am Freitag in Berlin. Ein Großteil der Menschen – je 100 bis 150 – werde von Deutschland und Frankreich aufgenommen. Eine genaue Zahl könne aber erst genannt werden, wenn die Gespräche mit den anderen EU-Staaten abgeschlossen seien.

Innenminister Horst Seehofer hatte es Kommunen verboten, Flüchtlinge auf eigene Faust aufzunehmen. Jetzt verkündete er eine nationale Lösung. Foto: John Macdougall/AFP POOL/dpa

Das Lager Moria war in der Nacht zum Mittwoch bei mehreren zeitgleichen Bränden fast vollständig zerstört worden. Statt der vorgesehenen rund 3000 Migranten waren dort mehr als 12.000 Menschen untergebracht. Einige der Migranten sollen Feuer gelegt haben, nachdem für die Bewohner des Flüchtlingslagers wegen Corona-Infektionen Quarantäne verordnet worden war.

Seehofer sagte zudem, dass Griechenland am Donnerstag Vorschläge übermittelt habe, wie Deutschland bei der Unterbringung und Versorgung der obdachlos gewordenen Menschen vor Ort helfen könne. Die Bundesregierung wolle sich nun mit den deutschen Hilfsorganisationen zusammensetzen, um möglichst umfassend zu helfen.