Manuela Schwesig bei einer Rede im Parlament Foto: Kay Nietfeld/dpa

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach Ansicht von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nicht genug für Ostdeutschland getan. „Ich denke schon, dass sich gerade die Kanzlerin angesichts der noch großen Unterschiede zwischen Ost und West fragen muss, ob sie für ihre Heimat mehr hätte tun können“, sagte die Politikerin der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag) anlässlich des Tages der Deutschen Einheit.

Kritik an dieser Äußerung kam vom Landesvorsitzenden der CDU Mecklenburg-Vorpommern, Michael Sack: „Der Tag der Deutschen Einheit sollte eigentlich im Zeichen des Zusammenwachsens stehen und gemeinsame Kraftanstrengungen würdigen.“ Stattdessen auf Schuldzuweisung und persönliche Angriffe zu setzen, sei völlig deplatziert. „Selbstinszenierung an unserem Nationalfeiertag ist ganz schlechter Stil.“

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Schwesig nannte unter anderem die „späte Angleichung der ostdeutschen Renten und die späte Einführung der Grundrente“ als Beispiele für ihre Kritik. „Beides mussten wir uns hart erkämpfen, beides hätte viel früher kommen müssen.“ Denn dabei gehe es nicht nur um eine materielle Besserstellung, sondern auch um die Anerkennung von Lebensleistungen, betonte Schwesig, die 1974 in Frankfurt (Oder) geboren wurde. Merkel kam in Hamburg zur Welt, wuchs aber in der DDR auf. Einen Bruch der ostdeutschen Bevölkerung mit der Kanzlerin sieht Schwesig jedoch nicht.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Torsten Renz betonte: „Gerade Mecklenburg-Vorpommern hat wahnsinnig davon profitiert, dass die Kanzlerin eine von uns ist. Erst am Freitag hat Berlin erneut Geld für die Rettung unserer Werften bereitgestellt.“ Damit würden Jobs gesichert. „Mir ist unverständlich, wie man das ausgerechnet am Tag der Deutschen Einheit einfach vergessen kann.“