Die Flügel sind gestutzt: Stillgelegte Passagiermaschinen der Lufthansa stehen auf dem leeren Rollfeld des Flughafens Frankfurt/Main. Foto: dpa/Boris Roessler

Frankfurt/Main - Die staatlich gestützte Lufthansa muss in der Corona-Krise noch stärker schrumpfen als zunächst geplant. Wegen der schwachen Nachfrage und anhaltender Reisebeschränkungen sollen dauerhaft mindestens 150 Flugzeuge der Konzernflotte nicht mehr abheben – und Tausende Jobs zusätzlich gestrichen werden.

Der MDax-Konzern will zudem jede fünfte Leitungsposition einsparen und in Deutschland 30 Prozent weniger Bürofläche anmieten.

Bislang hatte Lufthansa mit einer mittelfristig um 100 Flugzeuge reduzierten Konzernflotte geplant, die einstmals 760 Jets zählte. Auch die Zahl der einzusparenden Vollzeitstellen werde die bislang angekündigten 22.000 übersteigen, erklärte der Vorstand, ohne eine genaue Größe zu nennen. Insider gehen von bis zu 5000 zusätzlich wegfallenden Stellen aus.

Schon 10.000 Stellen abgebaut

Unklar blieb weiter, wie viele der aktuell noch rund 128.000 Lufthanseaten eine Kündigung fürchten müssen. Vor allem im Ausland haben seit Jahresbeginn rund 10.000 Menschen die Airline verlassen. Für die deutsche Belegschaft laufen Gespräche über Interessensausgleich und Sozialpläne.

Der Vorstand verwies auf sein Ziel kreativer Teilzeitmodelle und laufende Verhandlungen mit den Arbeitnehmern. Man strebe weiter mit den Tarifpartnern entsprechende Krisenpakete an, damit möglichst wenigen betriebsbedingt gekündigt werden müsse.

Staatshilfe aus vier Ländern

Nur die massive Staatshilfe aus den vier Heimatländern – Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien – in Höhe von zusammen neun Milliarden Euro hatte den Kollaps des hoch verschuldeten Unternehmens verhindert. Gleichwohl verliert Lufthansa in der Corona-Flaute aktuell jeden Monat 500 Millionen Euro liquide Mittel.

Diese Zahl soll mit den Sparmaßnahmen bis zum Winter auf 400 Millionen Euro sinken und im Laufe des kommenden Jahres ins Positive gewendet werden. Mit den Erlösen aus Teilverkäufen will die Lufthansa die Staatsbeteiligung zurückführen. (mit dpa)