Altkanzler Gerhard Schröder glaubt zu wissen, wie die SPD die Bundestagswahl 2021 gewinnen kann. dpa/Julian Stratenschulte

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) empfiehlt seiner Partei, mit einem Fünfer-Team in den Bundestagswahlkampf 2021 zu ziehen. „Was die Kanzlerkandidaten-Debatte in der SPD angeht, habe ich mich festgelegt“, sagte der 76-Jährige in einem Podcast. „Ich finde, diesmal sollte die Partei nicht erst eine Person herausstellen, ob Mann oder Frau, sondern sie sollte von Anfang an sagen: Wir haben ein gutes Team mit fünf Menschen, die ganz unterschiedliche Bereiche abdecken.“

Er denke dabei „natürlich“ an Finanzminister Olaf Scholz, aber auch an Arbeitsminister Hubertus Heil und SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich. Zudem sollten Familienministerin Franziska Giffey und Manuela Schwesig, die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, dazu gehören. Aus diesem Quintett solle dann der SPD-Kanzlerkandidat bestimmt werden. Die Benennung eines solchen Fünfer-Teams sei „Sache der Parteivorsitzenden“.

Er begrüße es, dass die aktuellen SPD-Chefs Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken „ihrer Ursprungsposition abgeschworen haben, man müsse über Nacht die große Koalition beenden“. Der SPD solle zudem zu denken geben, dass Olaf Scholz einer der erfolgreichsten Bürgermeister in Hamburg gewesen sei. „So ganz falsch ist es ja nicht, wenn man auch mal Wahlen gewinnen kann, finde ich jedenfalls,“ sagte Schröder.

Walter-Borjans hatte Scholz zuletzt als „ernstzunehmende Option“ für die SPD-Kanzlerkandidatur bezeichnet. „Die immer mal wieder zu lesende These, dass Saskia Esken und ich uns gegen Olaf Scholz sträuben würden, ist großer Käse“, sagte er. Bei der Mitgliederbefragung zum Parteivorsitz 2019 hatte Scholz gegen Walter-Borjans und Esken verloren. Die SPD lag in Wahlumfragen zuletzt bei 14 bis 16 Prozent. (mit dpa)