Am Donnerstag hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen, dass Gerhard Schröders Büro abgewickelt werden soll. dpa/Kay Nietfeld

Also doch. Jetzt gibt Gerhard Schröder nach und wirft seinen einträglichen Russland-Job hin.

Wegen seiner Russland-Kontakte war der Putin-Freund zuvor heftig kritisiert worden. Der Bundestag ging am Donnerstag noch einen Schritt weiter und entzog ihm einen Teil seiner Sonderrechte als Ex-Regierungschef. Jetzt zog Schröder selbst endlich Konsequenzen.

Der Haushaltsausschuss hatte die Abwicklung seines Büros beschlossen, Ruhegeld und Personenschutz bleiben Schröder jedoch. Die Streichung der Altkanzler-Ausstattung will der SPD-Politiker jedoch nicht ohne Gegenwehr zulassen. Laut Spiegel hat Schröder den Verfassungsrechtler Michael Nagel aus Hannover damit beauftragt, den Beschluss juristisch prüfen lassen. Nagel hat bereits den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff im Prozess um Vorteilsnahme verteidigt.

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Schröder will Posten bei Rosneft nicht verlängern

Doch nach monatelangem Zögern beugt sich Schröder dem Druck und verlässt seinen Posten als Aufsichtsratschef beim russischen Ölkonzern Rosneft. Der deutsche Altkanzler habe mitgeteilt, dass es ihm unmöglich sei, sein Mandat in dem Gremium zu verlängern, teilte der Konzern mit.

Neben dem Job bei Rosneft hatte Schröder auch Aufgaben bei der Pipeline-Gesellschaft Nord Stream und beim Energieriesen Gazprom. Weil er nach Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine daran festhielt, forderte ihn die SPD-Spitze bereits zum Parteiaustritt auf. Zudem gibt es Anträge auf einen Parteiausschluss.

Für Wirbel hatte Schröder unter anderem auch damit gesorgt, dass er vor dem russischen Angriff die Forderungen der Ukraine nach Waffenlieferungen als „Säbelrasseln“ bezeichnete.

Das Europa-Parlament hatte sich am Donnerstag dafür ausgesprochen, den Altkanzler auf die Sanktionsliste gegen russische Oligarchen zu nehmen, sollte er sich weiter an seine lukrativen Posten in russischen Unternehmen festkrallen. Spätestens damit wurde der Druck auf Schröder offenbar zu groß.