Bahnhof Friedrichstraße: Kommt das 49-Euro-Ticket nun noch im ersten Quartal?
Bahnhof Friedrichstraße: Kommt das 49-Euro-Ticket nun noch im ersten Quartal? dpa/ Jens Kalaene

Na endlich! Die Finanzierung des 49-Euro-Tickets steht! Der Einführung eines bundesweit gültigen Nahverkehrs-Tickets im kommenden Jahr steht damit nichts mehr im Wege. Die Spitzen von Bund und Länder einigten sich am Donnerstag darauf, sich im Jahr 2023 die Gesamtkosten für das neue Angebot je zur Hälfte zu teilen.

Das genaue Startdatum des 49-Euro-Tickets bleibt jedoch weiter unklar - „das soll jetzt ganz schnell gehen“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Er rief die Länder zu einer zügigen Umsetzung auf. Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD), sagte, das Ticket werde „bis zum Ende des ersten Quartals“ 2023 kommen.

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey rechnet hingegen nicht damit, dass das Deutschlandticket wie ursprünglich geplant im April eingeführt wird. „Es sieht so aus, dass es wahrscheinlich der Mai werden wird, aber das hängt jetzt von den Verhandlungen ab. Ich hoffe sehr, dass es gelingt“, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstagabend nach dem Bund-Länder-Treffen in der Sendung „RTL Direkt“.

Ursprünglich war der Start des sogenannten Deutschlandtickets schon für den 1. Januar vorgesehen. Der Streit um die Finanzierung hatte das Projekt aber ausgebremst.

Preis für 49-Euro-Ticket nach 2023 steht noch nicht fest

Offiziell veranschlagt werden drei Milliarden Euro für das Ticket. Bund und Länder hatten sich bereits darauf verständigt, sich diese Kosten zu teilen. Offen war bis Donnerstag aber die Frage, wer für absehbare Mehrkosten aufkommt: Denn Länder und Verkehrsverbünde schätzen, dass die tatsächlichen Kosten über vier Milliarden Euro liegen.

Beide Seiten einigten sich nun darauf, auch dafür jeweils die Hälfte zu übernehmen. Auch in den Folgejahren solle das Angebot hälftig finanziert werden - allerdings sei noch offen, zu welchem Preis das Ticket dann angeboten werden könne. Man müsse erst Erfahrungen sammeln, sagte Weil.

Die gesetzlichen und organisatorischen Grundlagen für das neue bundesweite Regionalverkehrsticket müssen nun die Landesregierungen und die Verkehrsbetriebe schaffen. Scholz sagte, die Umsetzung sei nun eine „technische Frage“ für die 16 Landesverkehrsminister. Er erwarte, „dass alle da mit großem Tempo dabei“ seien. Weil versprach: „Wir werden als Länder weiter viel Tempo machen, der Bund sicher auch“.