Die Flutkatastrophe im Sommer 2021: Meterhoch türmten sich Wohnwagen, Gastanks, Bäume und Schrott an einer Brücke über die Ahr in Altenahr-Kreuzberg (Rheinland-Pfalz). dpa/Boris Roessler

Erst vor wenigen Tagen ist das Sturmtief „Nadia“ über Norddeutschland und Nordeuropa hinweggepoltert. Solche wetter- und klimabedingten Ereignisse, Stürme und Überschwemmungen richten immense wirtschaftliche Schäden an, wie die Flutkatastrophe 2021 in Deutschland zeigte. Wie teuer uns alle der Klimawandel zu stehen kommt, hat die EU-Umweltagentur EEA ausgerechnet.

Schockergebnis: Wetterextreme haben in Europa in den vergangenen vier Jahrzehnten Kosten in Höhe von etwa einer halben Billion Euro angerichtet. Zwischen 1980 und 2020 beliefen sich die Gesamtschäden in den 27 EU-Ländern sowie der Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein und der Türkei auf 450 bis 520 Milliarden Euro (in Preisen des Jahres 2020 gerechnet).

Nur ein Viertel bis ein Drittel der Schäden seien versichert gewesen. Schätzungsweise drei Prozent aller Extremereignisse waren demnach für gut 60 Prozent all der wirtschaftlichen Verluste verantwortlich. Die Zahl der Todesfälle durch Wetterextreme dieser Art habe in diesem Zeitraum bei 85.000 bis 145.000 gelegen, darunter allein mehr als 85 Prozent durch Hitzewellen wie die verheerende des Jahres 2003.

110 Milliarden Euro Schaden in Deutschland durch Extremwetter

Deutschland als bevölkerungsreichstes EU-Mitglied verzeichnete nach EEA-Angaben die insgesamt höchsten wirtschaftlichen Schäden aller 32 analysierten Staaten. Sie beliefen sich in der Bundesrepublik in den 41 Jahren von 1980 bis 2020 auf insgesamt etwa 110 Milliarden Euro. Dahinter folgten Frankreich und Italien. Pro Einwohner waren die Einbußen in der Schweiz am höchsten.

Hohe Schadenszahlen in den vergangenen vier Jahrzehnten bedeuteten aber nicht zwangsläufig, dass sich ein Land nicht gut genug an extreme Wetterereignisse angepasst habe, stellte Wouter Vanneuville von der EEA klar. „Es gibt einen riesigen Zufallseffekt bei den Extremereignissen“, sagte er. Manche Länder seien anfälliger dafür als andere. Man könne nicht sagen, welche EU-Länder am besten darauf vorbereitet seien.