Die Vorwürfe gegen den Zahlungsabgwickler Wirecard reißen nicht ab. Foto: Peter Kneffel/dpa

Neuer Verdacht gegen den Skandal-Konzern Wirecard: Der Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München könnte in den Monaten vor der Insolvenz Hunderte Millionen Euro beiseitegeschafft haben. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf interne Unterlagen.

Dazu soll sich der Dax-Konzern im ersten Halbjahr zusätzlich Kredite in Höhe von 800 Millionen Euro von seinen Banken besorgt haben, schreibt das Blatt. Zu dem Konsortium zählen Banken wie die Commerzbank oder die Landesbank Baden-Württemberg.

Wirecard habe diese Gelder dann wiederum an Geschäftspartner verliehen – auch in Asien oder Saudi-Arabien. Bei diesen verliere sich laut Bericht die Spur der Gelder.

Ex-Vorstandschef Markus Braun steht im Zentrum der Ermittlungen gegen Wirecard. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Im Juni, als Wirecard Insolvenz anmeldete, habe das Unternehmen angegeben, dass die Konten leer seien. Es stehe folglich der Verdacht im Raum, dass Hausbanken von Wirecard systematisch geplündert wurden, berichtet „Süddeutsche Zeitung“ weiter. Dies werde von der ermittelnden Staatsanwaltschaft München I geprüft.

Der Verdacht scheint nicht unbegründet. Denn Marsalek und andere Wirecard-Manager mussten damit rechnen, dass die mutmaßlichen Betrügereien durch die bis April laufende Sonderuntersuchung der Wirtschaftsprüfergesellschaft KPMG auffliegen würden, schreibt die Zeitung.

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen mehrere Manager sowie den Ex-Vorstandschef Markus Braun – unter anderem wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung und „bandenmäßigen Betrug“. Brauns Anwälte weisen laut „Süddeutscher Zeitung“ die Vorwürfe, vor der Insolvenz Geld beiseitegeschafft zu haben, „entschieden zurück“.