Bundestags-Präsident Wolfgang Schäuble ist für eine späte Kür des Unions-Kanzlerkandidaten im Mai. Foto: imago images/Christian Spicker

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hält es für möglich, dass der Kanzlerkandidat der Union aus der CSU kommt. Die Zahl der für die Kanzlerkandidatur in Frage kommenden Anwärter sei überschaubar, und es könne „vielleicht jemand von der CSU“ sein, sagte Schäuble in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

„Jeder CDU-Vorsitzende muss geeignet sein, Kanzlerkandidat und Kanzler zu werden – und muss es wollen“, fügte Schäuble hinzu. „Aber es kann auch ein anderer werden. Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber von der CSU waren bekanntlich ebenfalls Kanzlerkandidaten.“

Den Namen Markus Söder (CSU) nennt Schäuble dabei allerdings nicht. In Umfragen ist der bayerische Ministerpräsident aber derzeit weitaus beliebter als die CDU-Anwärter Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen. Bisher hatte Söder jedoch stets eine Kanzlerkandidatur ausgeschlossen.

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Schäuble warb in dem Interview auch dafür, die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur möglichst spät zu treffen. Das solle „zwischen Ostern und Pfingsten“ nächsten Jahres geschehen. Pfingsten ist Ende Mai, die Bundestagswahl wird Ende September stattfinden. Seine Empfehlung, möglichst lange mit der Festlegung der Kanzlerkandidatur zu warten, begründete Schäuble damit, dass es für jeden Kandidaten schwer sei, sich neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu behaupten.