Viel Papier: Der russische Rubel ist gegenüber Dollar und Euro fast nichts mehr wert. imago

Große Teile des Staatsbank-Vermögens im Ausland eingefroren, astronomische Ausgaben für den Ukraine-Krieg, abgebrochene Wirtschafts- und Finanzbeziehungen, stillgelegte Fabriken: Russland droht trotz rund 640 Milliarden Dollar in der Staatskasse die Zahlungsunfähigkeit. Doch was den Druck auf Wladimir Putin erhöhen soll, macht Investoren nervös, denen Russland Geld schuldet.

Der Präsident des Berliner DIW-Instituts, Marcel Fratzscher, hält eine Staatsschuldenpleite Russlands in den kommenden Monaten für sehr wahrscheinlich.

Die russische Zentralbank versucht, die wirtschaftlichen Auswirkungen der westlichen Sanktionen für den Finanzmarkt abzufedern. Seit Mittwoch dürfen Russen von Devisenkonten höchstens 10.000 Dollar abheben. Beträge darüber werden im gegenüber Dollar und Euro nahezu wertlos gewordenen Rubel ausgezahlt.

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Die Ratingagenturen Fitch, Moody’s und S&P sehen Russlands Kreditwürdigkeit wegen der Sanktionen inzwischen im  „Ramschbereich“ und darunter. Fitch warnte bereits vor einem unmittelbar drohenden Zahlungsausfall.

Dem Finanznachrichtendienst Bloomberg zufolge hat Russland 49 Milliarden Dollar an Staatsanleihen offen. Am 16. März stehen Zinszahlungen über mehr als 100 Millionen Dollar an. Am 4. April läuft eine Anleihe über zwei Milliarden Dollar aus.