Die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht im Deutschen Bundestag Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild

Macht macht sexy. Diese Behauptung bestätigt sich immer wieder. Doch Macht alleine sei kein Allheilmittel, wie die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht mit Blick auf unsere Bundesregierung behauptet. „Ich will da jetzt nicht persönlich werden – aber ich zumindest habe auf der Regierungsbank noch keinen Sex-Appeal entdeckt“, sagte die 50-Jährige dem Magazin „Playboy“.

Dabei sei ein attraktives Aussehen durchaus hilfreich, wie die ehemalige Fraktionsvorsitzende der Partei sagt. Als Beispiel nannte Wagenknecht den Grünen-Vorsitzenden. „Man muss Robert Habeck nicht mögen, aber er sieht nach Ansicht vieler gefällig aus. Das ist auch bei Männern ein Vorteil.“ In dem Playboy-Interview kritisiert Sahra Wagenknecht die schwindende Toleranz in Debatten rechter wie linker Parteien. „Linke Parteien sind heute stark im großstädtischen, akademisch geprägten Milieu verankert, das verändert ihre Sicht. Am extremsten bei den Grünen, die in erster Linie urbane Besserverdiener vertreten“, so Wagenknecht.

„Ein Beispiel ist die Debatte über Windräder: Klar, die tolle Eigentumswohnung in Prenzlauer Berg kann nicht entwertet werden, weil vor der Tür ein Windrad gebaut wird. Aber wer mühsam über Jahre sein Einfamilienhaus in einer ländlichen Region abbezahlt hat, für den ist das ein ernstes Problem. Und diese Menschen dann als Klimafeinde abzukanzeln ist arrogant. Oder nehmen Sie die Autodebatte: Ich selber habe erst im Alter von 45 Jahren meinen Führerschein gemacht, weil ich vorher in Berlin gewohnt habe, da brauchte ich kein Auto. Aber jetzt wohne ich auf dem Land, da ist es unerlässlich. Und die Leute dort zu belehren, sie sollten doch auf den Bus umsteigen, der vielleicht zweimal am Tag fährt, wenn überhaupt, ist abwegig“, sagte Wagenknecht. „Trotzdem wird die Debatte moralisch aufgeladen: Es gibt dann nicht mehr unterschiedliche Sichten, sondern nur noch gute und schlechte Menschen.“