Nur 2G erlaubt – in Sachsen könnte dies zum Standard werden. dpa/Julian Stratenschulte

Sachsens Regierung denkt angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen über einen Quasi-Lockdown für Ungeimpfte nach.

2G-Regel auch am Arbeitsplatz?

Am Dienstag will das Kabinett von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) über Eckpunkte einer neuen Schutzverordnung beraten, dann könnte auch eine mögliche Ausweitung des 2G-Modells auf den Tisch kommen.

Wie die Leipziger Volkszeitung vorab berichtete, könnte demnach das 2G-Modell für einen Großteil des öffentlichen Lebens verpflichtend werden. Ungeimpften wäre dann künftig nur der Einkauf, der Gang zum Friseur und die Inanspruchnahme von körpernahen Dienstleistungen möglich, hieß es. Auch am Arbeitsplatz soll die 2G-Regel gelten.

In der Regierung werde auch diskutiert, ob auch der Einzelhandel das 2G-Modell anwenden müsse – Waren des täglichen Bedarfs ausgenommen. Regierungschef Kretschmer hatte sich bereits am Mittwoch in dieser Richtung geäußert: „2G ist jetzt ein zwingendes Muss“, sagte er unzweideutig.

In Sachsen läuft die gültige Corona-Verordnung am 17. November aus. Die Landesregierung könnte bereits am 9. November eine Neufassung vorlegen, die offenbar die verschärften Regeln enthalten wird.

Auch Kanzleramtschef Helge Braun für 2G

Und Sachsen könnte sogar Vorreiter für andere Bundesländer sein. Denn auch Noch-Kanzleramts-Chef Helge Braun (CDU) blickt angesichts stark steigender Corona-Zahlen mit Sorge auf den Winter und will strengere Regeln gegen das Virus nicht ausschließen. „Das 3G-Modell hat uns gut durch den Herbst gebracht. Wir hatten stabile Zahlen, aber jetzt sehen wir: Die Zahlen steigen wieder. Das heißt, zusätzliche Maßnahmen sind erforderlich. Und da ist 2G die logische Steigerungsstufe, um zu verhindern, dass es in den Krankenhäusern in einigen Regionen zu Überlastungen kommt“, so Braun im Interview mit dem TV-Sender n-tv.

In vielen Bundesländern werde derzeit an entsprechenden Maßnahmen für den Winter gearbeitet. Es sei wichtig, dass das gesetzlich möglich sei.

Lockdowns für Ungeimpfte regional möglich

Eine bundesweite 2G-Regelung, als de facto einen Lockdown für Ungeimpfte, schließt Braun jedoch aus: „Es muss grundsätzlich als Modell möglich sein, aber wir haben immer uns entschieden, regional zu handeln. Wir haben große Unterschiede, was die Impfquote angeht. Bremen ganz weit vorne, andere Bundesländer weiter hinten und dementsprechend wird immer regional unterschiedlich gehandelt werden müssen“, so Braun.

Und weiter: „Aber da, wo die Zahlen so hochgehen, ist das ein Signal dafür, dass wir in den nächsten Wochen mit einer Belastung im Gesundheitswesen zu rechnen haben, aber auch wieder mit einem Anstieg der Todeszahlen. Und das sollten wir unbedingt vermeiden.“