CDU-Chef Armin Laschet (l.) gratuliert dem unerwartet deutlichen Wahlsieger Reiner Haseloff (CDU).  Foto: dpa/Michael Kappeler

Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt hatte wenig mit den Umfragen zuvor zu tun. Insbesondere bei der CDU lagen die Demoskopie-Institute um bis zu 10 Prozentpunkte zu niedrig. Prof. Dr. Thorsten Faas, Politikwissenschaftler an der FU Berlin: „In gewisser Weise haben sich die Umfragen selbst geschadet.“ 

Faas: „Umfragen senden Signale an Wählerinnen und Wähler, die strategisch abstimmen und auf Umfrage-Basis versuchen, ihre Entscheidungen so zu optimieren, dass ein von ihnen gewünschtes Ergebnis herauskommt. Und dann ändern sie ihre Wahlabsicht eben auch. Und plötzlich sind Umfragen, die eben vielleicht noch richtig waren, falsch, haben sich selbst quasi ad absurdum geführt.“ 

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Zwar sei das Wahlverhalten im Osten unbeständiger als im Westen,  „aber auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg haben wir im März viel Dynamik gesehen. Letztlich ist eine Kombination von inhaltlicher Dynamik und methodischen Herausforderungen, die den Instituten das Leben gerade schwer macht.“ 

Bei den Methoden der Umfragen sieht Faas den Mangel, dass sei sie nicht transparent genug seien, um sie kritisch bewerten zu können. Verzichten wollen würde er nicht auf Umfragen: „Wir haben ein Bedürfnis zu verstehen, was um uns heraus passiert“.