Der Erdgasspeicher Rehden (Niedersachsen) der Gazprom-Germania-Tochter Astora ist nahezu leer. Russland will verhindern, dass er mit russischem Gas gefüllt wird.
Der Erdgasspeicher Rehden (Niedersachsen) der Gazprom-Germania-Tochter Astora ist nahezu leer. Russland will verhindern, dass er mit russischem Gas gefüllt wird. dpa

Ehemalige deutsche Tochterfirmen des russischen Konzerns Gazprom bekommen seit Donnerstag kein Gas mehr: Erste Folge von Gegensanktionen Russlands im Konflikt um die Ukraine. Moskau hatte am Mittwoch verfügt, nach der mit insgesamt 31 Firmen von russischer Seite keine Geschäfte mehr gemacht werden dürfen. Laut Agentur Interfax ist das Anlegen von Vorräten mit russischem Gas in den Speichern Europas künftig verboten. Demnach treten die Handelsverbote im Auftrag von Kremlchef Wladimir Putin ab sofort in Kraft.

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Es geht vor allem um die vor einem Monat unter deutsche Staatskontrolle gestellte Gazprom Germania, der weitere Unternehmen der deutschen Gaswirtschaft gehören.

Habeck erwartet, dass die Gas-Lieferlücke geschlossen werden kann

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte im Bundestag: „Wir haben uns auf die Situation vorbereitet.“ Der Markt könne den Ausfall kompensieren, sagte Habeck. Die Entwicklungen zeigten aber, dass Energie als Waffe genutzt werden könne.

In Deutschland gibt es 47 Gasspeicher, von 25 Firmen betrieben. Der größte Einzelspeicher wird von der Gazprom-Germania-Tochter Astora betrieben, die unter die neuen Sanktionen fällt. Auf ihn entfällt rund ein Fünftel der deutschen Kapazität, er war zuletzt  fast leer.

Deutlich weniger russisches Gas fließt durch ukrainische Pipelines nach Westen

Der Transit von Gas durch die Ukraine  ist bereits zurückgegangen. Das Auftragsvolumen  lag nach Angaben des ukrainischen Netzbetreibers am Donnerstag bei 53,2 Millionen Kubikmeter, knapp die Hälfte der größten Kapazität. Am Mittwoch war die Menge auf 72 Millionen Kubikmeter gefallen, weil die Ukraine kriegsbedingt einen Strang durch die  umkämpfte Region Luhansk geschlossen hatte.

Die EU muss nach noch nicht offiziellen Plänen bis 2028 zusätzlich 195 Milliarden Euro investieren, um von russischer Energie loszukommen. Bis 2030 sollen daher 45 statt 40 Prozent der Energie in der EU aus erneuerbaren Quellen kommen. Die Anzahl der Solarstromanlagen soll sich mehr als verdoppeln. Insgesamt könnte die EU pro Jahr etwa 80 Milliarden Euro allein an russischen Gas-Importen sparen.