Militärparade in Moskau (24. Juni) Foto: imago images/ITAR-TASS

Mit einer gigantischen Militärparade in Moskau hat Russland am Mittwoch des Siegs der Sowjetunion über Nazi-Deutschland vor 75 Jahren gedacht. Unter der Aufsicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin und einer Reihe von Staatsgästen paradierten 14.000 Soldaten auf dem Roten Platz im Zentrum der russischen Hauptstadt, zudem wurde historisches und modernes Kriegsgerät vorgeführt. Die ursprünglich für den 9. Mai geplante Militärparade zum 75. Jahrestag war wegen der Corona-Pandemie verschoben worden.

„Es ist unmöglich sich vorzustellen, wie die Welt geworden wäre, wenn die Rote Armee sie nicht verteidigt hätte“, sagte Putin. Die sowjetischen Soldaten „haben Europa von den Invasoren befreit, der Tragödie des Holocaust ein Ende gemacht und das deutsche Volk vor dem Nazismus, dieser tödlichen Ideologie, gerettet“, sagte der russische Präsident vor den Truppen. Es sei „unsere Pflicht, dies in Erinnerung zu behalten“.

Die Rede Putins fiel patriotisch, aber vergleichsweise versöhnlich aus. Im Vorfeld der Parade hatte er dem Westen vorgeworfen, Russland zu „beleidigen“, indem er die Rolle der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg herunterspiele.

Dass die Parade trotz weiterhin steigender Corona-Infektionszahlen in Russland abgehalten wurde, sorgte bei Oppositionsvertretern für Kritik. Sie warfen der Regierung zudem vor, mit der Parade eine umstrittene Abstimmung über mehrere Verfassungsänderungen in der kommenden Woche bewerben zu wollen. Durch die Verfassungsänderungen könnte Putin bis 2036 an der Macht bleiben. (AFP)