Reservisten der ukrainischen Territorialverteidigung  bei einer Übung: Offenbar gibt es nicht genug Gewehre  für sie. Foto: AFP/Sergei Supinsky

In Washington wird dieser Tage viel telefoniert mit dem Osten Europas. Jetzt hat  US-Präsident Joe Biden hat seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj im Konflikt mit Russland erneut Unterstützung zugesichert. Am Donnerstag hatte er mit Russlands Präsident Wladimir Putin gesprochen. Biden habe Selenskyj versichert, dass die USA und ihre Verbündeten „entschlossen antworten werden, falls Russland weiter in die Ukraine einmarschiert“, teilte das Weiße Haus danach mit.

Am 9. und 10. Januar sind Gespräche der USA mit Russland in Genf geplant. Danach sind eine Sitzung des „Nato-Russland-Rates“ angesetzt, die erste seit zweieinhalb Jahren, und Gespräche der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Bereits am Donnerstag soll es in Moskau ein Krisentreffen mit Beteiligung Deutschlands und Frankreichs auf Beraterebene geben. Zu den Gesprächen im sogenannten „Normandie-Format“ - also auch mit der Ukraine - lud der zuständige Kremlbeamte Dmitri Kosak ein.  Für Deutschland ist der außenpolitische Berater von Kanzler Olaf Scholz (SPD), Jens Plötner, dabei. Aus Frankreich kommt der Diplomat Emmanuel Bonne, Berater von Präsident Emmanuel Macron. Angaben von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht.

Nato und Ukraine fürchten wegen großer Truppenkonzentrationen, dass Russland in die Ukraine einmarschieren könnten. Russland, das mit aller Macht einen Nato-Beitritt des Landes verhindern will, bestreitet solche Pläne für eine Invasion und wirft seinerseits der Ukraine vor, zusätzliche Soldaten in die Region verlegt zu haben. 

USA wollen ukrainischer Armee helfen

Die US-Regierung hat für den Fall eines russischen Angriffs auf die Ukraine mit harten Wirtschaftssanktionen gedroht, die mit den Verbündeten in Europa koordiniert würden. Zudem soll in einem solchen Fall die Präsenz der Nato in ihren östlichen Mitgliedsstaaten ausgebaut werden. Die USA würden der Ukraine auch Hilfen für die Armee gewähren.

Biden unterstützte gegenüber Selenskyj auch das „Normandie-Format“. Darin versuchen Frankreich, Deutschland, Russland und die Ukraine bislang erfolglos, den seit fast acht Jahren dauernden Konflikt um die abtrünnigen ostukrainischen Gebiete zu lösen. Mehr als 13.000 Menschen sind nach UN-Schätzungen seit 2014 bei Kämpfen zwischen ukrainischen Regierungstruppen und den von Russland unterstützten Separatisten getötet worden.