Kampfpanzer der Bundeswehr vom Typ Leopard 2 A7V fahren über den Truppenübungsplatz. dpa

Soll die Bundesregierung die Ukraine im Kampf gegen die russische Aggression mit schweren Waffen unterstützen? Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, legt mit seiner Forderung nach. Doch einen Teil der von der Ukraine gewünschten Waffen wurden bereits geliefert, andere wurden offenbar bereits zugesagt: „Es gibt eine Liste von Waffensystemen, die wir erwarten“, sagte Melnyk am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Die Bundesregierung wisse, was benötigt werde. Er werde sich am Donnerstag mit Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) treffen und hoffe auf eine „ganz konkrete Zusage“ weiterer Waffenlieferungen.

Lesen Sie auch: Russen-Report zum Krieg in der Ukraine abgefangen: Geheimdienst spricht von „Totalversagen“ – Putin frustriert, Stimmung im Kreml am Boden! >>

Außer der Lieferung von Helmen hatte die Bundesregierung bislang nur die Zusage öffentlich gemacht, kleinere Waffen wie Luftabwehrraketen aus DDR-Beständen abzugeben. Auf einer Wunschliste der Ukraine, die deren Botschaft der Bundesregierung bereits Anfang Februar übermittelt hatte, waren unter anderem aufgelistet:

  • Luftabwehrsysteme: Reichweite bis zu 70 Kilometer
  • Anti-Drohnen-Gewehre
  • Minenräumgeräte
  • Funkgeräte
  • Radarstationen
  • Nachtsichtgeräte
  • Sanitätsfahrzeuge

Nach Kriegsbeginn wurde Medienberichten zufolge am 3. März eine zweite Liste an das Bundeskanzleramt, das Auswärtige Amt sowie das Bundesverteidigungsministerium verschickt. Demnach fordert die Ukraine schwere Waffen, unter anderem:

  • Kampfflugzeuge
  • U-Boote
  • Panzer

Melnyk fordert EU-Beitritt der Ukraine und wirft Deutschland mangelnde Unterstützung vor

Nachdrücklich forderte Melnyk die Zustimmung der Bundesregierung zu einem EU-Beitritt der Ukraine. Mit einer Zustimmung könnten „all diese strategischen Fehler“ in der deutschen Russlandpolitik der vergangenen Jahre korrigiert werden, sagte er. „Es geht um die Zukunft meines Landes.“

Melnyk hatte zuletzt der Bundesregierung mangelnde Unterstützung der Ukraine vorgeworfen. Dabei griff er in einem Interview mit der Welt auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) persönlich an.

Der ukrainische Botschafter bekräftigte im „Morgenmagazin“ seine Forderung nach einem deutschen Importstopp für russisches Gas, Öl und Kohle. Es müsse alles dafür getan werden, dass „Russland noch mehr unter Druck gerät“ und seine Angriffe auf die Ukraine einstelle, sagte er.

Mit Blick auf die Verhandlungen zwischen den Außenministern der Ukraine und Russlands am Donnerstag in der Türkei sagte Melnyk, er hoffe auf eine „allumfassende Waffenruhe“. Das Wichtigste sei, „dass die Waffen schweigen, dass die Toten geborgen werden, dass die Menschen, die unter den Trümmern, auch gerettet werden können“, sagte er.