Alexej Nawalny bei einem seiner etlichen Gerichtstermin in Russland. Foto: Maxim Shipenkov/EPA/dpa

Moskau - Dem russischen Regierungskritiker Alexej Nawalny (44) drohen nach seiner Vergiftung im August neue Ermittlungen in Russland. Dabei gehe es um seine Aussagen  in einem Radio-Interview Ende April, meldete die Staatsagentur Tass. Nawalny werde vorgeworfen, im Radiosender „Echo Moskwy“  zum Sturz des Systems aufgerufen zu haben.  

Der Politiker schrieb auf Telegram mit Blick auf Präsident Wladimir Putin: „Putin (...) möchte nicht, dass ich nach meiner Genesung nach Russland zurückkehre.“ Dazu hätten die Ermittler ein altes Interview „ausgegraben“. Auch der Sender zeigte sich   überrascht.

Er habe damals mehr Unterstützung für die Bevölkerung gefordert, erklärte Nawalny. Er habe damals gesagt:  „Eine Regierung, die bereit ist, Leute nur dafür hungern zu lassen, um nicht einem bestimmten Politiker ‚zuzuspielen‘, muss gestürzt werden. Es geht hierbei um die Macht von Volksfeinden.“ 

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Nawalny war im August in Russland mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet und zur Behandlung an die Berliner Charité gebracht worden. Er hält sich noch in Deutschland zu einer Reha-Maßnahme auf. Nawalny, der Putin persönlich für den Anschlag auf ihn verantwortlich gemacht hat, will nach Russland zurückkehren.