Claus Ruhe Madsen, Oberbürgermeister von Rostock.  dpa/Bernd von Jutrczenka

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen hat sich dafür ausgesprochen, für Ungeimpfte die Testpflicht beizubehalten. „Der Alltag für Ungeimpfte muss unangenehmer sein, dann überlegen sich die Leute, ob sie sich nicht doch lieber impfen lassen. Das gilt auch auf europäischer Ebene. Du willst nach Malle? Okay. Aber bitte nur geimpft“, sagte Madsen der Welt.

Und: „In unseren Impfzentren verfallen immer mehr Termine, weil die Leute einfach nicht kommen – und auch nicht absagen. Wir müssen die Impfmotivation hoch halten, sonst kriegen wir im Herbst wieder große Probleme.“

Madsen kritisiert Landesregierung

Er kritisierte zugleich den monatelang strengen Corona-Kurs von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Corona habe sehr viel mehr Facetten als nur Verbote und Lockerungen – und wieder Verbote. „Wenn mir der Chef der niedergelassenen Kinderärzte erzählt, dass er mittlerweile mehr Kinder in psychiatrischer Behandlung hat als jemals zuvor, dann ist das auch ein Thema. Und wenn ich daraufhin die Landesregierung bitte, einen Spielplatz öffnen zu dürfen, und mit dieser Bitte alle gegen mich aufbringe – dann kann das auch nicht richtig sein“, sagte er rückblickend.

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Claus Ruhe Madsen bei einem Festumzug zum Jubiläum des örtlichen Klosters Zum Heiligen Kreuz in Rostock. 

Und: „Inzwischen, das nur als Beispiel, entscheidet meine Ministerpräsidentin sogar, wo in der Corona-Landesverordnung ein Komma gesetzt wird. Ernsthaft. Manche Videokonferenzen mit der Landesregierung haben 16 Stunden gedauert.“ Am Ende sei dann auch tatsächlich alles für alle haargenau geregelt gewesen. „Und das ist das Problem. Rügen und Rostock sind eben nicht gleich. Rostock und Regensburg erst recht nicht. Was wir brauchen, sind passgenaue regionale Regelungen.“