Die Deutsche Bahn sorgt vor dem Start des 9-Euro-Tickets für massive Verwirrung bei den Bahn-Kunden. imago

Einen Monat lang kreuz und quer durch Deutschland zum Schnäppchenpreis: Das sollte das 9-Euro-Ticket eigentlich ermöglichen. Alle öffentlichen Verkehrsmittel im Nah- und Regional sollten ohne weitere Kosten nutzbar sein. Selbst einige touristische Schmalspur-Bahnen wie der Molli an der Ostsee und einige Strecken der Schmalspur-Bahn im Harz sind nutzbar.

Riesen-Enttäuschung über Deutsche Bahn: 9-Euro-Ticket gilt doch nicht in allen Regionalzügen

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Nun allerdings enttäuscht die Deutsche Bahn ihre Kunden mit einer massiven Einschränkung des Angebots. Denn das 9-Euro-Ticket gilt eben doch nicht in allen Regionalzügen. Es gibt nämlich Regionalstrecken, die vom DB-Fernverkehr betrieben werden. Diese, so stellt die Deutsche Bahn nun klar, dürfen nicht mit dem 9-Euro-Ticket benutzt werden.

Für Kunden der Deutschen Bahn kommt hinzu: In der offiziellen Bahn-App „Navigator“ wird nicht deutlich, welche Strecken denn von der Einschränkung betroffen sind. Selbst wenn man IC/EC/ICE-Züge ausfiltert, werden entsprechende Strecken weiterhin angezeigt. Das räumt die Deutsche Bahn auf Twitter auch offen ein.

Auch Teilstrecken in Brandenburg betroffen: Kunden mit 9-Euro-Ticket könnten zu Schwarzfahrern werden

In der Praxis kann eine Regionalbahn-Verbindung etwa von einem IC bedient werden. Betroffen davon sollen auch Teilstrecken in Brandenburg sein. Dieses könnte wiederum zur Folge haben, dass Passagiere mit dem 9-Euro-Ticket, die sich eine Verbindung über die offizielle Bahn-App herausgesucht hatten, nun als Schwarzfahrer erwischt werden – und theoretisch dann zur Kasse gebeten werden könnten.

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User in den sozialen Medien reagierten überwiegend mit Galgenhumor auf die schräge Unlogik der Bahn. Einige Bahnkunden ließen allerdings ihrer Wut freien Lauf, beschuldigten das Unternehmen der Lüge. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen, denn die Betreiber der Strecken im Regionalverkehr bemühen sich gerade um pragmatische Lösungen. So hat die Gäubahn in Süddeutschland die Benutzung von IC-Zügen auf der Strecke nun freigegeben. Ähnliche Lösungen könnte es auch auf anderen betroffenen Strecken geben.