Das Rettungsschiff „Ocean Viking“ der Hilfsorganisation SOS Méditerranée im Hafen von Ravenna (Archivfoto vom 31. Dezember 2022) 
Das Rettungsschiff „Ocean Viking“ der Hilfsorganisation SOS Méditerranée im Hafen von Ravenna (Archivfoto vom 31. Dezember 2022)  imago-images/Press Office Of Emilia-Romagna 

Das Rettungsschiff „Ocean Viking“ der Hilfsorganisation SOS Méditerranée hat bei einem Einsatz vor der Küste Libyens am Sonnabend 37 Migranten an Bord genommen. Diese seien aus einem überfüllten Schlauchboot gerettet worden, teilte die NGO mit. Die „Ocean Viking“ sei nun auf dem Weg nach Ancona, um die geretteten Menschen dort an Land zu bringen.

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SOS Méditerranée beklagte, dass ihr von den italienischen Behörden ein sicherer Hafen zugewiesen sei, der mehr als 1500 Kilometer vom Einsatzgebiet entfernt liege. Es werde daher vier Tage dauern, bis die Migranten in der Stadt an der italienischen Ostküste an Land gehen können. Zudem verschlechterte sich ab Sonntagabend voraussichtlich die Wetterlage und es sei mit starkem Wind zu rechnen.

Sorge um die Gesundheit der Geretteten

Die NGO äußerte Sorge um die Gesundheit der Geretteten, unter denen auch zwölf unbegleitete Minderjährige seien. Einige der Migranten leiden den Angaben zufolge an „Vergiftungen und Verbrennungen durch Treibstoff“, die sie an Bord des Schlauchbootes erlitten hätten.

Ende Dezember hatte die „Ocean Viking“ 113 Flüchtlinge in internationalen Gewässern gerettet, in denen maltesische Behörden für Such- und Rettungsmaßnahmen zuständig sind. Damals musste das Schiff ebenfalls einen weit entfernten Hafen im Nordosten Italiens ansteuern.

Nach Streit mit der italienischen Regierung

Der Einsatz im Dezember war die erste Rettungsmission der „Ocean Viking“ nach einem diplomatischen Streit zwischen Paris und Rom im Monat zuvor. Die rechtsgerichtete Regierung in Rom hatte dem Rettungsschiff damals das Anlegen in einem italienischen Hafen verweigert. Mit 230 Migranten an Bord legte die „Ocean Viking“ schließlich in Toulon im Südosten Frankreichs an.