Gerd Müller, Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.    dpa/Bernd von Jutrczenka

Entwicklungsminister Gerd Müller (65, CSU) soll eine UN-Organisation leiten, die weitgehend unbekannt ist: Er wurde in Wien vom Lenkungsgremium der UN-Industrieagentur Unido zum Generaldirektor gewählt, die sich der Förderung der industriellen Entwicklung in ärmeren Staaten widmet. Die Vollversammlung der 170 Mitgliedsstaaten muss Ende des Jahres noch zustimmen.

Müller, der nicht mehr zur Bundestagswahl antritt, forderte in einer Stellungnahme eine gerechtere Globalisierung, die Jobs und Perspektiven schafft: „Der Kampf gegen Covid-19 und den Klimawandel erfordert eine stärkere Verpflichtung der Industrieländer zur Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern. Wir brauchen mehr Innovation und Investitionen sowie globalen Technologie- und Wissenstransfer.“ 

Die Unido leidet aber finanziell am Ausstieg reicher Staaten wie den USA, Frankreich oder Australien in den 90er Jahren.

Müller hatte seit 2013 als Minister immer wieder geäußert, dass Hunger, Fluchtursachen und ökonomische Ungerechtigkeit in der Welt bekämpft werden müssen. Zuletzt hatte er sich für das Lieferkettengesetz eingesetzt, das für die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards in ausländischen Zuliefererbetrieben deutscher Unternehmen sorgen soll.