Über das Renteneintrittsalter ist ein neuer Streit entbrannt. Foto: Imago

Die Rente mit 63 steht einem Bericht zufolge auf der Kippe – weil den Rentenkassen massive Geldprobleme drohen. Fachpolitiker der Union fordern unter anderem die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung, wie die Bild in ihrer Donnerstagsausgabe unter Berufung auf ein neues, am Montag verabschiedetes Konzept der Mittelstandsunion (MIT) berichtete. „Bei der Rente darf es keine Denkverbote geben“, hieß es in dem Papier.

Rentenkassen drohen Geldprobleme

Die Unionspolitiker fordern dem Bericht zufolge eine gedämpfte Entwicklung der Rentenerhöhung und stellen den vorzeitigen, abschlagsfreien Ruhestand für Versicherte nach 45 Beitragsjahren infrage. „Die Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 war ein Fehler, da sie dem Arbeitsmarkt Fachkräfte und der Rentenversicherung Beitragszahler entzieht“, schreiben die Politiker. Als Grund für die geplante Rentenreform würden der demografische Wandel und seine Folgen genannt.

Konkret soll das Alter, ab dem eine Person ohne Abschläge in Ruhestand gehen darf, ab 2031 an die durchschnittliche Lebenserwartung angepasst werden. Wie die Bild berichtet, soll der Ruhestandsstart mit jedem zusätzlichen Jahr um neun Monate nach hinten verschoben werden.

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„Die Rente ist in Gefahr“, sagte die CDU-Politikerin Jana Schimke der Zeitung. „Seriöse Rentenpolitik“ bedeute auch, Fehlentscheidungen der Vergangenheit zu korrigieren, „sonst droht der Rentenkasse die Schieflage“. Grundlage für die Rentenanpassung ist in Deutschland in erster Linie die Lohnentwicklung im vorangegangenen Jahr.

Scharfe Kritik aus der SPD 

Das Papier beschwört einen Riesenstreit in der Großen Koalition herauf. Die SPD kritisierte den Rentenbeschluss des CDU-Wirtschaftsflügels scharf. Das Gremium handele „arbeitnehmerfeindlich und unsozial“, erklärte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Carsten Schneider. „Damit legt die CDU die Axt an den sozialen Zusammenhalt in unserem Land.“ 

Der CDU-Wirtschaftsflügel „nutzt das Führungsvakuum von Armin Laschet und will in der Rentenpolitik die neoliberale Agenda von Friedrich Merz umsetzen“, erklärte der SPD-Politiker Schneider. Laschet müsse „schnellstens klären, wie er zu diesem Programm für Altersarmut steht“. Für die SPD sei klar, dass das Rentenniveau von 48 Prozent bis 2040 stabilisiert werden müsse. Außerdem sei die Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren „eine Frage des Respekts gegenüber der Lebensleistung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern“.