Gelbe Säcke für Verpackungsmüll und blaue Säcke für Papier liegen an einer Mauer. Der Verbrauch von Verpackungen in Deutschland nimmt weiter zu. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Angesichts des steigenden Verpackungsmüll-Aufkommens in Deutschland hält das Bundesumweltministerium Mehrweg-Lösungen auch im Online-Handel für notwendig. Das sei der am stärksten wachsende Bereich im Verpackungsmarkt und der Trend zum Bestellen im Netz lasse sich nicht zurückdrehen, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold (SPD) am Dienstag bei einer Mehrweg-Konferenz der Deutschen Umwelthilfe. Daher müsse man Verpackungen einsetzen, die nicht direkt weggeworfen und recycelt würden. „Ich halte das für einen der zentralen Faktoren, um Mehrweg insgesamt auch über den Getränkebereich hinaus wieder voranzubringen“, sagte Pronold.

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Nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) ist die Verpackungsmüll-Menge in Deutschland erneut gestiegen. 2018 stieg die Müll-Menge auf ein Rekordhoch: 18,9 Millionen Tonnen fielen an. Rechnerisch waren das 227,5 Kilogramm pro Kopf und damit nochmal ein Kilo mehr als im Vorjahr. Private Verbraucher hatten daran erneut einen Anteil von 47 Prozent.

„Es ist immer sinnvoller, nicht Abfälle entstehen zu lassen, sondern möglichst Verpackungen auch öfter zu verwenden“, sagte Pronold. Auch im Getränkebereich seien Mehweg-Lösungen „in der Regel ökologisch vorteilhafter“, wenn es regionale Kreisläufe gehe und Transportwege kurz seien. Allerdings sinkt die Mehrweg-Quote bei abgefüllten Getränken seit Jahren und lag 2018 nur noch bei 41,2 Prozent - das seit 2019 gültige Verpackungsgesetz sieht 70 Prozent vor. Pronold sagte, wenn der Trend sich nicht aufhalten lasse und im Handel nicht „deutlich mehr Mehrweg angeboten“ werde, müsse man aus seiner Sicht über Quoten nachdenken, die dies dem Handel vorschreiben.