Die Lufthansa-Piloten rüsten sich nun für einen Arbeitskampf.
Die Lufthansa-Piloten rüsten sich nun für einen Arbeitskampf. dpa/Uwe Anspach

Durch einen Warnstreik des Bodenpersonals waren bei der Lufthansa in dieser Woche bereits Hunderte Flüge ausgefallen. Jetzt droht der Fluglinie neuer Ärger! Die Mitglieder der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben mit großer Mehrheit für einen möglichen Streik gestimmt, um ihren Tarifforderungen gegenüber der Lufthansa Nachdruck zu verleihen. Und dieses Mal könnte der Ausstand unbefristet sein!

Bei einer Beteiligung von 93,2 Prozent bei der Deutschen Lufthansa hätten sich 97,6 Prozent für die Ziele der Tarifkommission ausgesprochen, teilte VC am Sonntag in Frankfurt am Main mit.

Damit ist ein Streik der rund 5000 Piloten der Lufthansa und der Lufthansa Cargo zwar ab sofort möglich, wurde aber zunächst nicht ausgerufen. Bereits vor der Auszählung hatte der VC-Tarifexperte Marcel Gröls erklärt, dass es sich zunächst um ein „Warnsignal“ an den Lufthansa-Vorstand handele. Vom Management erwarte man nun „gute Angebote“. Die Verhandlungen sind von beiden Seiten noch nicht als gescheitert erklärt worden.

Piloten fordern 5,5 Prozent mehr Lohn

Verhandelt werde aktuell über die „angemessene und ausgewogene Vergütung im Cockpit“, hieß es weiter. Die Vereinigung Cockpit fordert eine Gehaltserhöhung um 5,5 Prozent für 2022, einen automatischen Inflationsausgleich sowie eine Anpassung der Tarifstruktur. Die Attraktivität der unteren Lohnstufen solle gesteigert werden.

Lesen Sie auch: Bafög, Arbeitsverträge, Masern-Impfpflicht: DAS ändert sich im August!>>

„Wir brauchen jetzt eine moderne und faire international konkurrenzfähige Vergütungsstruktur in allen Berufsgruppen“, erklärte Marcel Gröls, der Vorsitzende Tarifpolitik der Gewerkschaft VC.

Erst am vergangenen Mittwoch hatte die Gewerkschaft Verdi mit einem Warnstreik des Bodenpersonals den Flugbetrieb der größten deutschen Airline für einen ganzen Tag nahezu lahmgelegt. Es fielen über 1000 Flüge aus und rund 134.000 Passagiere mussten ihre Reisepläne ändern. Eine Urabstimmung hatte Verdi davor nicht abgehalten. Unternehmen und Politik hatten Dauer und Umfang der Arbeitsniederlegungen kritisiert. Am Mittwoch (3. August) sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.