Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt an der Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt teil. Foto: dpa/Kay Nietfeld

So richtig fröhlich ist angesichts der Corona-Pandemie niemand. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) brachte den Bundestag aber dennoch mit einer Wortschöpfung zum Lachen. Sie sagte auf eine Frage eines Linken-Abgeordneten: „Ich bin ja ein aufmerksamer Zeit-Mensch. Um nicht Genosse zu sagen.“

Merkel musste sich bei der Regierungsbefragung nach der morgendlichen Kabinettssitzung einer Reihe von Themen
stellen. Zu Corona erklärte sie: „Lassen Sie uns mutig und wachsam sein.“ Man müsse noch länger mit der Seuche leben, weil es weder Impfstoff noch Medikamente gegen Covid-19 gibt. Auch, wenn das Gesundheitssystem mit der Zahl der neuen Ansteckungen zurechtkommen könne. Zu schnelle und umfangreiche Lockerungen will Merkel
nicht: „Es wäre doch deprimierend, wenn wir, weil wir zu viel zu schnell wollen,wieder zu Einschränkungen zurückkehren müssten.“

Wegen der Massen-Infektionen bei Beschäftigten verschiedener Schlachthöfe kündigte sie für Montag ein Konzept von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) an, um den „erheblichen Mängeln bei der Unterbringung“ vielfach rumänischer Mitarbeiter entgegenzuwirken.

Zur Finanzierung der Hilfsmaßnahmen gegen die Auswirkungen der Pandemie sagte Merkel: „Stand heute sind keinerlei Erhöhungen von Abgaben und Steuern geplant.“ Das könne sich ändern. „Wir haben die Chance, es gut zu bewältigen. Aber ich sage nicht, dass niemand etwas merken wird.“