Auch Teenager ab 12 Jahren sollen sich gegen das Coronavirus impfen lassen. imago/Westend61

Soll ich mein Kind gegen Corona impfen lassen oder nicht? Viele Eltern fühlen sich mit dieser schwerwiegenden Entscheidung allein gelassen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Corona-Impfung nämlich bisher für 12- bis 17-Jährige nicht generell, sondern nur für Risikogruppen mit Vorerkrankungen. Vielen Politikern ist das ein Dorn im Auge und jetzt will auch die Bundesregierung den Druck auf das Expertengremium erhöhen.

Das Kabinett und die Gesundheitsminister der Länder wollen nämlich bei der Gesundheitsministerkonferenz am Montag Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beschließen. Wie die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf einen Beschlussentwurf für die Konferenz berichtete, sollen die Impfungen den Plänen zufolge in Impfzentren, bei Haus-, Kinder- und Betriebsärzten erfolgen.

Jungen Erwachsenen wollen die Länder in Universitäten, Berufsschulen und Schulen Impfungen anbieten. „Dies kann maßgeblich zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen“, zitierte die „Bild am Sonntag“ aus dem Entwurf.

Auffrischungs-Impfungen ab September

Das Papier sieht dem Bericht zufolge auch Auffrischungs-Impfungen für Risikogruppen vor, die bereits in wenigen Wochen beginnen sollen. Ab September sollen vor allem ältere Menschen, Pflegebedürftige und Menschen mit geschwächtem Immunsystem ein drittes Mal geimpft werden.

Dritte Immunisierung als Kreuzimpfung möglich

Vollständig Geimpfte, die mit einem Vektorvirenimpfstoff geimpft wurden, sollen der Zeitung zufolge die Möglichkeit bekommen, sich beim dritten Mal mit dem mRNA-Vakzin der Hersteller Pfizer und Biontech impfen zu lassen. Für Pflegeeinrichtungen und Altenheime sollen dafür wieder mobile Impfteams eingesetzt werden.

Gefahr von Covid-Spätfolgen für Kinder 

Zuletzt hatten sich führende SPD-Politikerinnen und -Politiker für mehr Impfungen gegen das Coronavirus bei jungen Menschen ausgesprochen. „Die Infektion selbst mag bei den meisten Kindern und Jugendlichen harmlos verlaufen. Doch auch bei ihnen gibt es die Gefahr von Long-Covid“, sagte die Ko-Parteivorsitzende Saskia Esken dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung für Zwölf- bis 17-Jährige bislang nicht generell, sondern nur für Risikogruppen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna aber bereits für diese Altersgruppe freigegeben. Mit dem Einverständnis ihrer Eltern können die Kinder und Jugendlichen sich deshalb bereits impfen lassen.