NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) ist entsetzt und spricht von einer „Schande für die Polizei“. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Düsseldorf - An fünf aufgedeckten rechtsextremen Chatgruppen in Nordrhein-Westfalen sollen 29 Polizistinnen und Polizisten beteiligt gewesen sein. Das sagte Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf. Alle seien am Morgen suspendiert worden und gegen alle seien Disziplinarmaßnahmen eingeleitet worden. 14 Beamte sollen aus dem Dienst entfernt werden.

Laut Reul gehören 25 der insgesamt 29 beteiligten Beamten zum Polizeipräsidium Essen. Der Minister sprach von „einer Schande für die Polizei“. Bei einigen der Verdächtigen habe es am Mittwoch Hausdurchsuchungen gegeben.

In den Chat-Gruppen wurden, so Reul, 126 Bilddateien verteilt - darunter Fotos von Adolf Hitler, aber etwa auch die fiktive Darstellung eines Flüchtlings in einer Gaskammer. Eine der Chatgruppen sei wahrscheinlich bereits im Jahr 2013 gegründet worden, spätestens im Mai 2015. 

Zur Bekämpfung rechtsextremistischer Tendenzen in der nordrhein-westfälischen Polizei soll nun ein Sonderbeaufragter berufen werden. „Rechtsextremisten und Neonazis haben in der Polizei, in unserer Polizei, nichts, aber auch gar nichts zu suchen“, so Reul. Es gelte nun, „glasklare politische Kante“ zu zeigen. (mit dpa, AFP)