Der Verfassungsschutz warnt davor, den selbst ernannten „König von Deutschland“ Peter Fitzek mit Ersparnissen zu unterstützen. imago/Robert Michael

Fast unbemerkt ist die „rechte Landnahme“ in vollem Gange: Immer öfter kaufen Rechte oder auch rechtsextreme Gruppierungen gezielt in Ostdeutschland Immobilien als Versammlungs- und Rückzugsorte.

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So ist der sächsische Verfassungsschutz besonders alarmiert über die sogenannten Gemeinwohldörfer des selbst ernannten „Königs von Deutschland“ Peter Fitzek. Diese könnten auch als mögliche Rückzugsorte der „Querdenker“-Szene dienen, mahnte der Präsident des Landesamts für Verfassungsschutz, Dirk-Martin Christian, und warnte zugleich davor, dieser „Reichsbürger“-Gruppierung Geld zu überlassen.

Fitzek sucht derzeit vor allem in Sachsen nach Grundstücken für seine sogenannten Gemeinwohldörfer. In Eibenstock (Erzgebirge) und Bärwalde (Ostsachsen) ist er bereits fündig geworden. Dort hat Fitzek, der aus Halle an der Saale stammt, mit dem Geld seiner „Untertanen“ zwei heruntergekommene Schlösser gekauft.

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Behördenchef Christian zufolge ködert er seine Anhänger mit dem Versprechen, dort ein „selbstbestimmtes Leben fernab von staatlichen Regeln“ zu führen, „ohne Impfpass, Maske und Zentralbankkonto“. Das „Königreich Deutschland“ leugnet die geltende Rechts- und Verfassungsordnung der Bundesrepublik Deutschland. Wer Fitzek seine Ersparnisse anvertraue, gerate nicht nur in existenzielle Abhängigkeit von ihm, sondern auch in den Strudel extremistischer Ideologien und Verschwörungstheorien, warnt der Verfassungsschutzchef.

Es bestehe die Gefahr, dass sich weitere extremistische, sektenähnliche Siedlungsgemeinschaften herausbildeten. Und während in Fitzeks „Königreich“ die Grenzen zu Verschwörungstheorien und Esoterik fließend scheinen, gilt anderswo rechte Ideologie als Markenkern.

Rechtsextremisten erwerben reihenweise Immobilien

Laut Verfassungsschutz wirbt seit Februar 2020 etwa die „Initiative Zusammenrücken“ für die Ansiedlungen von Rechtsextremisten in „Mitteldeutschland“, vor allem im Raum Leisnig. In der Stadt, aber auch in umliegenden Gehöften, hätten sich in den vergangenen Jahren Rechtsextremisten mit ihren Familien angesiedelt.

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Auch in Thüringen beobachtet der Verfassungsschutz Umtriebe Rechter beim Immobilienerwerb, so etwa in Schmölln. Der Verfassungsschutzbericht Brandenburg listet für 2020 eine ganze Reihe von Immobilien der rechtsextremen Szene auf, darunter „Die Mühle“ in Cottbus und einen Kleingarten in Rathenow.

Rechte Akteure stammen auch aus dem Westen

Die Akteure kämen auch aus dem Westen, heißt es. „Sie zählen zur Neonazi-Szene, manche von ihnen gehören dem parteigebundenen rechtsextremen Spektrum an. Auch ehemalige Mitglieder der im Jahr 2009 verbotenen neonazistischen ‚Heimattreuen Deutschen Jugend‘ zählen dazu“, heißt es im Jahresbericht des Verfassungsschutzes.