Sebastian Kurz ist Kanzler in Österreich. Nun haben er und seine Partei Ärger mit der Justiz. Imago/Luka Dakskobler

Bei der konservativen österreichischen Regierungsparte ÖVP hat es eine Razzia gegeben. Wie der österreichische Standard berichtet, waren am Mittwochmorgen mehrere Ermittler in der Parteizentrale zugange. Auch die ÖVP selbst bestätigte die Durchsuchungen inzwischen, sprach aber von konstruierten Vorwürfen.

Razzia bei der ÖVP: Durchsuchungen auch in Kurz' Kanzleramt

Neben der Parteizentrale soll auch ein Büro eines Beraters von Kanzler Sebastian Kurz sowie das Kanzleramt Österreichs durchsucht wurden sein. Das berichten Der Standard und Die Presse übereinstimmend. Die Maßnahme richtet sich demnach gegen den Berater Stefan Steiner, den Medienbeauftragten Gerald Fleischmann und Pressesprecher Johannes Frischmann – alles Personen aus dem direkten Umkreis des Polit-Posterboys Kurz. Dabei sollen auch Smartphones sichergestellt worden sein.

In der ÖVP ist man erbost über das Vorgehen der Justiz. „Nach den falschen Anschuldigungen, die schon gegen Sebastian Kurz (...) und andere erhoben wurden, die sich mittlerweile alle als haltlos herausgestellt haben, werden nun weitere Vorwürfe konstruiert über Vorgänge, die teilweise fünf Jahre zurückliegen“, lautet der aggressive Ton einer Mitteilung der ÖVP. Das alles geschehe nur, um die Partei und Kurz zu beschädigen. Die Grünen, der Koalitionspartner der ÖVP, betonten, sie haben aus den Medien von der Razzia erfahren.

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Hintergrund der Durchsuchungen sind laut der Presse Ermittlungen wegen Bestechung und Bestechlichkeit. Diese richten sich demnach neben Steiner, Frischmann und Fleischmann auch gegen die ehemalige Familienministerin und Meinungsforscherin Sophie Karmasin, die Meinungsforscherin Sabine Beinschab, die Mediengruppe Österreich, sowie die konservativen Medienmacher Helmuth und Wolfgang Fellner. Kanzler Kurz wird Beihilfe vorgeworfen.