Querdenker Thomas Brauner (l.) stürmte zu Armin Laschet aufs Podium. imago/Future Image

Schrecksekunde für Armin Laschet: Beim Wahlkampfauftritt in Erfurt stürmte ein bekannter Querdenker auf die Bühne. Der Unions-Kanzlerkandidat Laschet wies die Sicherheitskräfte an, den Mann durchzulassen und schon sprang Thomas Brauner aus dem Zuschauerbereich neben Laschet, um sich bei dem CDU-Vorsitzenden über die Corona-Maßnahmen zu beschweren.

Herr Laschet, ich habe da als Bürger, als Vater ...“, sprudelt es aus Thomas Brauner unter Pfiffen aus dem Publikum hastig hervor. Souverän geht Laschet erst einmal mit einem Schritt zur Seite auf Corona-Abstand zu dem aufgeregten Querdenker und beruhigt ihn: „Erst mal abregen, zweitens Frage stellen“.

Querdenker Thomas Brauner rannte an den Personenschützern vorbei auf die Bühne zu. dpa/Martin Schutt

Disput um Maskenpflicht an Schulen

Brauners Anliegen ist die Situation an den Schulen. Dort gelte es als Ordnungswidrigkeit, wenn Kinder sich nicht testen lassen, keine Maske tragen und möglicherweise nicht bereit sind, sich impfen zu lassen. Nachdem er seine Frage gestellt hatte, schickte Laschet ihn gelassen und ruhig zurück ins Publikum und erklärte, dass wegen der unklaren Situation der Reiserückkehrer an den Schulen derzeit noch Masken getragen werden müssten. Eine Impfpflicht für Kinder lehne er aber ab, betonte der CDU-Chef.

„Ich nehme Sie beim Wort, Herr Laschet“, tönt es aus dem Publikum, worauf Lascht schlagfertig kontert: „Das können Sie machen. Ich gebe Ihnen die Nummer vom Kanzleramt.“

So viel Lob Laschet auch für seinen Umgang mit dem Störenfried nach dem Vorfall am Freitag erntete, so gab es auch Kritik an seinem Verhalten. Etwa weil er sich von dem Mann ohne Abstand und ohne Maske befragen ließ. „Unfassbar. Armin Laschet lässt sich von einem Querdenker ohne Maske mit 20 cm Abstand anschreien“, schrieb SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Twitter, „das ist keine Bürgernähe, sondern einfach dumm“.