In der Nähe von Donezk wurde im Zuge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine auch eine Kirche beschädigt.
In der Nähe von Donezk wurde im Zuge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine auch eine Kirche beschädigt. AFP

Noch immer stehen russische Truppen auf ukrainischem Territorium und führen die Befehle aus dem Kreml aus, der vor zehneinhalb Monaten den Angriffskrieg auf die Ukraine befohlen hatte. Die vom russischen Machthaber Wladimir Putin angekündigte Feuerpause anlässlich des orthodoxen Weihnachtsfestes ist daher nicht als Paradigmenwechsel im Kreml zu verstehen. Ohnehin ist fraglich, wie lange die Waffenruhe halten wird. Die Ukraine hat bereits angekündigt, sich nicht an der Feuerpause zu beteiligen, solange die russischen Truppen noch immer Teile des Landes besetzt halten.

Putins Weihnachts-Pause wird kaum halten

36 Stunden soll die Waffenruhe laut Wladimir Putin dauern. Laut der offiziellen Begründung sollen Gläubige dadurch die Möglichkeit haben, an den Gottesdiensten teilnehmen zu können. Die Orthodoxe Kirche steht dicht an der Seite Putins und stützt auch seine Macht. Zu Beginn des Krieges hatte Patriarch Kyrill öffentlichkeitswirksam Russlands Krieg in der Ukraine unterstützt. 

Die ukrainische Führung hat indes klargemacht, dass sie nicht bereit ist, die von Russland angeregte Feuerpause einzuhalten. Frieden könne es erst nach dem Abzug der russischen Truppen aus der Ukraine geben, hieß es aus Kiew. Zugleich haben auch von Moskau eingesetzte Politiker in den besetzten Gebieten der Ukraine deutlich gemacht, dass sie im Zweifel bereit seien, zu schießen. Die Anordnung Putins betreffe nur Angriffshandlungen von russischer Seite.

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Vertreter der russischen Besatzer im Osten der Ukraine erklärten kurz nach Eintreten der Waffenruhe gegenüber russischen Staatsmedien: „Die ukrainischen Streitkräfte haben genau um 12 Uhr, als die Feuerpause in Kraft getreten ist, Donezk aus Artilleriewaffen beschossen.“ Wie die russische Seite auf den angeblichen Beschuss reagierte, war zunächst unklar.