Die TOS-1-Raketenwerfer haben die Form einer langen Nase, weshalb sie Pinocchio genannt werden. imago/Itar-Tass

Experten zufolge könnte der russische Präsident Wladimir Putin bei seiner Invasion in der Ukraine einige der zerstörerischsten Waffen der Welt einsetzen – den TOS-1-Mehrfachraketenwerfer, auch bekannt als „Pinocchio“ und „Putins Höllensonne“.

Dieser 30-flammige Raketenwerfer – ein längliches Gestell, das mit Dutzenden tödlicher Brand- oder thermobaren Raketen beladen ist – wird auf einem Panzer montiert und überragt wie eine lange Nase das Fahrgestell. Deshalb wird er „Buratino“ genannt, das bedeutet Pinocchio auf Russisch.

Im Internet tauchten Videos auf, die TOS-1-Systeme auf dem Weg zur ukrainischen Grenze zeigen. Rob Lee, Doktorand am Department of War Studies am King’s College London, teilte Screenshots aus einem TikTok-Video des Militärkonvois und schrieb: „Thermobarische Truppen in Bewegung.“

Radius von 200 bis 400 Metern um die Einschlagstelle wird zur Todeszone

Die Konvois wurden dabei gesichtet, als sie durch die russische Stadt Belgorod fuhren, etwa 40 km nördlich der Grenze zur Ukraine.

Ein TOS-1-Raketenwerfer hat eine Reichweite von fast vier Kilometern. imago/Itar-Tass

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Schlagen die Sprengkörper im Zielgebiet ein, setzen sie eine leicht entzündliche Chemikalie frei, die sich sofort entzündet. Der Luft wird durch die schlagartige Verbrennung der Sauerstoff entzogen. Es folgt eine Druck- und Hitzewelle und die Einschlagstelle wird im Umkreis von 200 bis 400 Metern zur Todeszone. Laut dem Militärexperten Sebastian Roblin ist eine TOS-1-Explosion doppelt so stark wie die meisten konventionellen Bombenexplosionen. Menschen in der Nähe des Explosionsradius werden sofort verdampft.

Das berüchtigte Raketenwerfer-System wurde bereits von Moskaus Generälen bei Konflikten in Afghanistan, Tschetschenien, Irak und Syrien eingesetzt. Laut der britischen Zeitung The Sun wurden die Systeme bereits 2015 in einem Rebellenübungsgebiet in Luhansk in der Ostukraine gesichtet. Die ukrainische Regierung behauptete, sie seien bei dem Luftangriff eingesetzt worden, der den internationalen Flughafen Donezk im Januar desselben Jahres zerstörte.