Die israelische Armee griff Ziele im Gazastreifen an, um den dort herrschenden militärischen Flügel der Hamas zu treffen. AFP

Der Gaza-Konflikt schaukelt sich von Tag zu Tag weiter hoch, Angriffe und Gegenangriffe zwischen Israel und Palästinensern verschärfen sich.

Zum ersten Mal heulten am Donnerstag in der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv am helllichten Tage die Raketen-Warnsirenen. Es sind dumpfe Explosionen zu hören.

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„Wir müssen hierbleiben, auch Raketensplitter können töten“, ruft eine sichtbar verängstigte Frau. Erst am Vorabend war in der Stadt Sderot ein Fünfjähriger auf diese Weise ums Leben gekommen. Insgesamt sieben Menschen in Israel wurden nach Armeeangaben bisher durch Beschuss getötet.

In Städten gehen Israelis auf Palästinenser los und umgekehrt – die Stimmung ist aufgeheizt wie seit Jahrzehnten nicht. AFP/HO/KAN 11 PUBLIC BROADCASTER

Seit Montagabend haben militante Palästinenser nach Armee-Angaben mehr als 1600 Raketen auf Israel abgefeuert. Im Gegenzug hinterlassen im Gazastreifen die Bombardements der israelischen Luftwaffe tiefe Spuren. Bei massiven Angriffen auf das Küstengebiet hat das Militär nach Angaben von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstag fast 1000 Ziele beschossen.

Im Gazastreifen starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums 83 Menschen seit der Eskalation der Gewalt.

Synagogen brennen, Geschäfte werden zerstört

Die Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern war zuletzt aber auch auf arabische Ortschaften im israelischen Kernland übergeschwappt. Araber jagen Juden, stecken Synagogen an. Juden verprügeln Araber, zerstören Geschäfte von Palästinensern.

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„Nichts rechtfertigt das Lynchen von Juden durch Araber, und nichts rechtfertigt das Lynchen von Arabern durch Juden“, versuchte Ministerpräsident Netanjahu in der Nacht zum Donnerstag zu beschwichtigen. Doch die Angst vor einem Bürgerkrieg wächst jeden Tag.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist zuletzt wieder aufgeflammt. Er spitzte sich im muslimischen Fastenmonat Ramadan und nach der Absage der Parlamentswahl in den Palästinensergebieten immer weiter zu.

Als Auslöser gelten etwa Polizei-Absperrungen in der Jerusalemer Altstadt, die viele junge Palästinenser als Demütigung empfanden. Hinzu kamen drohende Zwangsräumungen palästinensischer Familien in Ost-Jerusalem sowie heftige Zusammenstöße auf dem Tempelberg.